Da steht was weg.

Ja, ich bin dick. So ist es. Und das Schatzi ist auch ein wenig rundlich, aber sehr elastisch. Und wenn wir etwas schneller aufeinander zugehen, dann kann es sein, dass ich – bei seinem Bauch angekommen – gleich wieder abgefedert werde und leicht nach hinten kippe.
Zumeist lachen wir dann. Wir mögen das.
Auch spannt die Haut rund um den Bauch, und nicht nur dort. Herbert meint, darum sind wir faltenfrei.

Natürlich betrachten wir uns kritisch im Spiegel.
Besonders dann, wenn wir in der Tanzschule bei Isi (www.isi-dance.at) sind. Den Spiegeln an der Wand, rund um die Tanzfläche, kannst Du nicht entkommen. Dann sehen wir uns von der Seite an und halten unsere jeweiligen Bäuche, begleitet von den Worten „puha“, „oje“ oder „na servas, i schau aus“.

Herbert bei seinem Lieblingssport.

Auch der Alltag gestaltet sich mit unseren Rundungen manchmal schwierig. Wenn wir uns die Schuhe zubinden, bekommen wir nur wenig Luft und unsere Köpfe färben sich rot. Ich überleg auch immer, was ich noch alles machen kann, wenn ich schon „unten“ bin. Auf jeden Fall mach‘ ich mir meist den obersten Hosenknopf auf, bevor ich mich bücke.
Muss ich in den 4. Stock ohne Lift, dann wäre mir – oben angekommen – eine höhere Sauerstoffdosis ganz recht.

Und dann ist da noch unser Internist.
Wir mögen ihn.
Obwohl er uns beiden eine Diät verordnet hat. Und Sport!
Er hat uns das mit dem Sport auch ausführlich erklärt, und uns erzählt, wie, wann und wie oft er selbst Sport macht. Wir sind uns aber noch nicht im Klaren darüber, ob wir ihm das glauben, denn er selbst hat auch einen kleinen Bauch.

„Perfektion“ mit Isi in der Tanzschule Isi-Dance in Bruck/Leitha. www.isi-dance.at

Es ist ja nicht so, dass wir nichts Sportliches unternehmen.
Auch Tanzen ist Sport.
An jedem 2. Samstag fahren wir in die Tanzschule von Isi nach Bruck/Leitha. Beim Tanzen verbrennen wir rund 400 kcal pro Stunde. Abgesehen davon wirkt Tanzen in vielerlei Hinsicht positiv auf den Körper: die Durchblutung wird angeregt, das wirkt sich positiv auf Gehirn, Herz und Lunge aus. Es werden Endorphine ausgeschüttet, die unser Gemüt sonnig machen. Wir verbessern unser Immunsystem, werden beweglicher, bauen Muskeln auf und verbessern unsere Körperhaltung. Aber – jeden 2. Samstag – das ist einfach zu wenig.
Dabei wär’s doch so einfach. Jeden Tag 30 Minuten Radfahren, am besten gleich in der Früh, am Vormittag nur Rohkost, und ansonsten am besten Trennkost. Die hat sich bei mir schon einige Jahre lang bewährt.
Also früher einmal. Als ich schlank war.

Wir wissen ja, wie es geht, aber – wir tun es nicht. Dazu sind die kulinarischen Verlockungen zu gross.
Obwohl: so kulinarisch wertvoll ist es dann manchmal doch nicht.

Denn, am Abend, so gegen 22:30 Uhr, wenn ich noch in meinen Computer hineinschau‘, da hör‘ ich das:
„krrr, chrrrr, kkkrrrr …“ und dann raschelt und knistert es.

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Und da steht er.
In der Küche.
Mit dem großen Chips-Sackerl.
Sein Kopf ist nach vorne geneigt – über das Chips-Sackerl.
Er beobachtet die Chips.
Manchmal bemerkt er mich gar nicht, aber wenn doch, dann schaut er mich an.
Mit gesenktem Kopf.
Von unten nach oben.
Er steht dann ganz still und atmet nicht.
Er traut sich dann auch nicht mehr, weitere Chips aus dem Sackerl zu nehmen.



Noch nehmen wir es mit Humor.
Auch nächtens, wenn unser Bett Geräusche macht und ich mich darüber beschwere.
Das klingt dann so:
Ich: „Das Bett quietscht.“
Er: „Es ist überladen. Du musst aussteigen.“

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Die andere Tanzschule.
Glättung Nummer 2.
Der Striezel und das Schatzi.
Warum lächelst Du?
Das ist auch eine Möglichkeit.
Schön verheiratet.
Schlechtes Gewissen.
1. April 2009.

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