Der Müll, der Nöli und wir.

Manchmal erschrecke ich. Ich erschrecke, wieviel Müll wir produzieren. Wir beide, Herbert und ich. Ein Zwei-Personen-Haushalt. Dabei kaufen wir kaum etwas mit Verpackung ein, da wir sehr vieles selbst produzieren, also Gemüse und Obst. Und trotzdem. Nun bin ich eine sehr gewissenhafte Mülltrennerin. Sozusagen eine Hardcore-Mülltrennerin. So wie ich meine Landwirtschaft als Hardcore-Bio-Gemüsebau betreibe.

Müll wird bei mir akribisch getrennt. Unsere Joghurtbecher z.B. von Papier befreit, der Deckel fein säuberlich entfernt, der Becher aus- und der Deckel abgewaschen. Das Papier zum Papier, der Deckel in den gelben Sack.

Unsere gelesenen Zeitungen werden wiederverwendet. Als Unterlage beim Gemüseputzen (das Gesamtpaket landet dann am Kompost), zum Fensterputzen oder als Stopfmaterial für meine Pakete für meinen Schuhversand SANDALI.

Gläser werden weiterverwendet oder im Glascontainer entsorgt. Unsere gebrauchten Toner und Tonerbehälter kommen zum Händler zurück, so wie die leeren Batterien. Gerade stellen wir auf aufladbare Batterien um, u.s.w.

Eigentlich machen wir es so, wie die meisten Menschen in Österreich. Denke ich.



Auch unsere abgetragene, aus der Mode gekommene Kleidung wird wiederverwendet. Einerseits als Arbeits-„G’wand“, anderseits als Putzfetzen oder auch in abgewandelter Form, sprich zerschnitten und neu genäht. Zum Beispiel mache ich aus den Ärmeln von Herberts alten (elastischen) T-Shirts sehr schnell breite Stirnbänder, die meine Haare beim Arbeiten zurückhalten und gleichzeitig meine Kopfhaut vor der Sonne schützen. Aus seinen alten Hemden nähe ich Arbeitsröcke für mich, u.s.w.

Wir bemühen uns sehr. Hardcore eben.

Auch der NÖLI wird von uns natürlich genutzt: der gelbe Plastikkübel, in dem wir das gebrauchte Bratöl entsorgen. Nun denn. 3 solche Kübel hatte ich schon voll und dem Schatzi mitgegeben, auf seinem Weg zum Altstoffsammelzentrum. Leider war ein Kübel nicht dicht, sodass der Kofferraum vom Schatzi-Auto nachher nicht so gut ausgesehen hat. Nun ist der NÖLI ein Mehrweggebinde. Aber – es werden auch neue Kübelchen hergestellt (aufgrund natürlichen Schwundes). Und so hat das Schatzi sich erdreistet, im Altstoffsammelzentrum neue Kübelchen zu verlangen. Die Herausgabe solcher wurde aber vehement abgelehnt. Man solle die nehmen, die da stehen, die sind schon hergerichtet, und aus.



Und jetzt sage ich Euch etwas – Euch Typen im Altstoffsammelzentrum und den Zuständigen beim Umweltverband:
1) Wir handeln verantwortungsvoll.
2) Freut Euch darüber.
3) Mehrweggebinde sind toll.
4) Kümmert Euch aber bitte darum, dass diese Mehrweggebinde auch funktionieren.
Damit meine ich, dass der NÖLI dicht ist, und nicht vom Vorbenützer beschädigt wurde.
5) Und – wenn wir schlechte Erfahrungen gemacht haben, zeigt doch bitte etwas Verständnis für unsere Wünsche.

Denn: wir müssen unser altes Bratöl nicht im NÖLI entsorgen. Wir können es auch in den Kanal gießen. So wie viele andere auch. Oder in die Restmülltonne. Ich kann das aber nicht. Es geht einfach nicht.
Aber die Leute, die genau das machen, die werden von Euch nicht angemotzt. Weil – die kommen gar nicht zu Euch. Und anstatt dass ihr Euch freut, dass wir es so genau nehmen, mit der Umwelt, u.s.w., werden wir noch „heruntergeputzt“.



Wir handeln verantwortungsvoll.
Verantwortungsvoller als so manch Anderer.
Weil wir es so wollen.
WEIL ES UNS WICHTIG IST.

Und dafür werden wir dann dumm angeredet.
Das haben wir nicht notwendig.
Denkt darüber nach.
Und handelt in Zukunft entsprechend.

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