Kein gutes Benehmen.

Erwarte ich zu viel?
Bin ich anderes gewohnt?
Von früher vielleicht?
Oder von anderen Menschen, als jenen, mit denen ich es jetzt zu tun habe?
Bin ich ein böser Mensch, wenn ich das einfordere, was ich erwarte?
Das, was mir allgemein als Standard bekannt ist?
Das, was sich „gehört“?
Das, was ich gelernt habe?
Und das, an das ich mich immer gehalten habe?


Ein ganz konkretes Beispiel: Es läutet an der Tür. Am Samstag vormittag. Das kann ich ja persönlich schon einmal nicht leiden. Denn – jeder, der etwas Einblick in mein Leben hat, weiss, dass ich von Montag bis Freitag am Vormittag kaum zum Arbeiten komme, weil ich an jedem Vormittag 4-5x zum Tor rennen muss. 4x um die Ecke, 45 Meter hin, 45 Meter retour, die Stiegen rauf und runter, u.s.w. Darum arbeite ich gerne am Samstag konzentriert in meinem Büro zuhause. Dann, wenn ich halbwegs ungestört bin.

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Nun denn – ich bin vom Thema abgekommen – es läutet an der Tür.
Ich schaue bei meinem Arbeitszimmer aus dem Fenster.
Eine mir unbekannte Frau fuchtelt mit den Händen und deutet mir (mehr so Richtung BEFEHLEN), dass ich zum Tor kommen soll.
Ja bitte – geht’s noch? Ich werde jetzt sicher nicht die 45 m rausrennen und wieder rein, u.s.w. Ich hab zu arbeiten.
Also – ich öffne das Fenster.
Widerwillig bewegt sie sich vom Tor zum Fenster.

Grüß Gott, sage ich. Kein Echo.
„Is da Monn zaus?“
Na das fängt schon gut an.
Kann die sich nicht wenigstens vorstellen?
Also – wenn ich wo anläute und ein Anliegen habe, dann grüße ich und stelle mich vor.
Na dann schauen wir einmal, was sie will, die Unbekannte.


Worum geht es, frage ich.
Sie trägt aber kein Anliegen vor, sie beschwert sich und befiehlt dann gleich, was zu tun ist. Ich werd’s ihm ausrichten, sage ich.
Fenster zu.

Ich muss mich ja auch nicht benehmen. Wozu auch?

Und – wenn wir schon dabei sind: gegrüßt hat sie nicht, vorgestellt hat sie sich auch nicht, also ist eigentlich alles, was sie sonst noch gesagt hat – ganz einfach – wurscht.

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