12 Fragen an Sarah Wiener.

Es ist nicht so wichtig,
wie die Wahrheit ist.

Ob sie hilfreich ist.
Ob sie bei anderen gut ankommt.
Ob sie einem zu Ansehen verhilft.

Aber es ist wichtig,
die Wahrheit zu sagen.“

(Birgit Medlitsch)
1) Sie sagen oft, Sie legen Wert auf regionale Lebensmittel. Woher kommen die Produkte (Lebensmittel), die Sie im Gut Kerkow Bauernmarkt verkaufen aber nicht selbst produzieren? Von anderen Landwirten aus der Region oder von einem Grosshandel wie zum Beispiel Terra?

2) Sie sagten „Leute mit Knete und Fonds sehen Boden als Wertanlage und treiben die Preise in die Höhe. Eine bedenkliche Entwicklung.“ (Quelle: Kurier, 5.2.2016) Sind nicht die Mehrheitseigentümer der Gut Kerkow Landwirtschaftsbetrieb GmbH & Co KG Personen, die auf Immobilien und Immobilieninvestitionen spezialisiert sind? Nämlich Elenore Kaufhold und Jochen Beutgen (beide zu finden bei „Berliner-Häuser“)?

3) Sie bezeichnen Felder, auf denen nur eine Kultur wächst als Monkultur. (Quelle: Kronen Zeitung, 30.5.2015) Wissen Sie eigentlich, was eine Monokultur ist?

4) Warum finden auf Gut Kerkow Wahlkampfveranstaltungen der CDU statt? (Quellen: cdu-angermuende.de, Facebook)

5) In Bezug auf die 7 Bienenvölker auf Gut Kerkow sagten Sie „[…] die sind wirklich ganz allein mein Job.“ (Quelle: Berliner Zeitung, 17.6.2018). Ist das wirklich so?

6) Wie kommen Sie auf die Idee folgendes zu behaupten? „Jeder Hektar wird subventioniert, egal, was Du da machst, und wer’s hat, und ob er überhaupt Landwirt ist.“ (Quelle: Ö1 Morgenjournal, 20.3.2019) Diese Behauptung ist nämlich falsch.

7) Sie leben in einem Haus einige Kilometer vom Gut Kerkow entfernt. Warum leben Sie nicht am Gut? Und – haben Sie jemals dort gelebt, oder es nur hin und wieder besucht?

8) Wie ist es möglich, mit einem „erweitertem“ Ab-Hof-Verkauf, also mit der Gut Kerkow Bauernmarkt GmbH, im Jahr 2017 einen Verlust von rund 238.000 Euro zu erwirtschaften und geschäftlich so zu verfahren, dass in der Bilanz für das Jahr 2017 auch noch ein Verlustvortrag von rund 614.000 aus den Vorjahren ausgewiesen ist? Wie geht das? (Quelle: unternehmensregister.de)

9) Warum glauben Sie, dass Ihre „Idee“ der 7-jährigen Fruchtfolge ein Novum ist?

10) Warum bezeichnen Sie Gut Kerkow zur Übernahmezeit als desolat und völlig marode? (Quellen: Buch „Bienenleben“ und Berliner Zeitung, 17.6.2018) Hat nicht der frühere Eigentümer Johannes Niedeggen Gut Kerkow zu einem Vorzeigebetrieb im Bereich der Biolandwirtschaft gemacht?

11) Sie sagten „Ich kenne einen Rote-Rüben-Bauern, der auf zwei Hektar in Bio-Qualität produziert und davon lebt.“ Definieren Sie „Bio-Qualität“ und erklären Sie, wie Sie auf die Idee kommen, dass das funktioniert? (Anmerkung: bitte den notwendigen Fruchtfolgeabstand, Pachtzahlungen sowie Kosten für Sozialversicherung, Saatgut, Kulturführung, Ernte, Vermarktung etc. in die Berechnungen einfließen lassen.)

12) Im Wahlkampf für die EU-Wahl 2019 sprechen Sie unter anderem von „Bauernbefreiung“. Wovon und/oder von wem möchten Sie die Bauern befreien, und wie soll das vonstatten gehen?


Hier geht’s zu den Märchen:

Märchen Nummer 1 Das Märchen von den Agrarsubventionen. Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten schreibt „Die zitierte Aussage on Frau Sarah Wiener […] ist schlichtweg falsch.“
Märchen Nummer 2 Das Märchen von der Landwirtschaft. Oder: Sarah Wiener und ihre Partner. Wer sind ihre Partner – und was hat dieses Unternehmenskonstrukt noch mit Landwirtschaft zu tun?
Märchen Nummer 3 Das Märchen von der Visionärin. Oder: Johannes Niedeggen – der wahre Visionär auf Gut Kerkow.
Märchen Nummer 4 Das Märchen von der Biobäuerin. Oder: Sarah Wiener braucht keine Bank.
Märchen Nummer 5 Das Märchen von der erfolgreichen Geschäftsfrau. Oder: Was ist Erfolg?


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Märchen Nummer 3 der Sarah Wiener.

Ein Bericht und Kommentar von Birgit Medlitsch.

In einem Interview mit der dpa (Deutsche Presse-Agentur, April 2019) bezeichnet sich Sarah Wiener in Bezug auf Gut Kerkow als „Chefideologin“, die Visionen hat.

In diversen Interviews mit ihr kann man nachlesen und nachhören, was sie nicht alles erneuert und verbessert und auch „neu erfunden“ hat.
Auch – so kann man in ihrem neuen Buch nachlesen – soll Gut Kerkow für sie etwas desolat und führungslos gewirkt haben. In einem Interview (Berliner Zeitung 17.6.2018) spricht sie sogar von einem völlig marodem und verschuldetem Hof.

Bild: David Zydd auf Pixabay.


Das Märchen von der Visionärin.

Sarah Wiener hat – gemeinsam mit ihren Partnern – Gut Kerkow im Jahr 2014 gekauft.
Der vorherige Eigentümer, und sehr bekannte und angesehene Diplomagraringenieur, Johannes Niedeggen, war im Jahr 2013 am Gut tödlich verunglückt.

Nun heisst es, Gut Kerkow befände sich seit der Übernahme in Sanierung (Jochen Beutgen gegenüber Ö1; Ö1 Morgenjournal, 20.3.2019).

Das alles klingt so, als wären Sarah Wiener und ihre Partner und Gesellschafter Wunderwuzzis, die einen angeblich herabgewirtschafteten Hof auf Vordermann bringen. Dazu kommt noch eine selbst ernannte Bio-Bäuerin und „Visionärin“, die uns erzählt, welche ihrer großartigen Visionen sie nicht alle aus Gut Kerkow umgesetzt hat. Schauen wir einmal ein wenig in die Vergangenheit. War das nicht schon alles vorher da?

Der Visionär, der Gut Kerkow aufgebaut hat.

Ich hätte ihn gerne kennengelernt: Johannes Niedeggen.
Am 3. Mai 1994 hat er Gut Kerkow von der Treuhand gekauft, und zwar ohne Mitarbeiter und ohne Rinder.
Er war ein Visionär, der Gut Kerkow mit Liebe und Hingabe zu einem Vorzeigebetrieb im Bereich der Biolandwirtschaft gemacht hat. Davon zeugen viele Medienberichte, unter anderem eine 5-seitige Reportage in „Neue Landwirtschaft“ im Juli 2011.

Ihm war das nachhaltige Wirtschaften ein grosses Anliegen, und das hat er auf Gut Kerkow in Form der Kreislaufwirtschaft umgesetzt. Auch zur Erhaltung alter und gefährdeter Nutztierrassen trug er bei, und machte Gut Kerkow zu einem von 70 Archehöfen Deutschlands.

Neben der Milchkuhhaltung hat er bereits 1994 mit der Aberdeen-Angus-Zucht begonnen und eine Herde mit 100 Angusmutterkühen aufgebaut. Er hat sich für erneuerbare Energie eingesetzt und eine Biogasanlage sowie eine öffentliche Tankstelle für Diesel und Pflanzenöl gebaut. Zwei seiner Traktoren hat er für Rapsöl umgerüstet und konnte das kaltgepresste Rapsöl als Treibstoff nutzen. Auch war er bei der größten europäischen Biofachmesse, der Biofach, im Jahr 2012 Vortragender zum Thema Biogas.
Er baute das Gutshaus zur Pension um, richtete eine Gaststätte, einen Veranstaltungsraum und einen Bauernmarkt ein. Überdies baute er eine „Registrierte Schlachtstätte“ für die Hofschlachtung. Er setzte sich sehr für das Tierwohl ein und ließ seine Schafe und Rinder das ganze Jahr über halbwild auf den Wiesen im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin leben. Johannes Niedeggen hat 5 Millionen Euro investiert und 22 Arbeitsplätze geschaffen. (Quelle: Homepage von Gut Kerkow vom 24.12.2006)

Also alles schon da, als Sarah Wiener und ihre Partner und Gesellschafter Gut Kerkow kaufen, oder? Und von desolat oder marode kann auch nicht die Rede sein. Denn: der Ortsvorsteher von Kerkow, Reinhard Koslowski beschrieb 2013, als Johannes Niedeggen verunglückte, Gut Kerkow als moderenen Bio-und Erlebnishof, der sich durch zahlreiche Initiativen, von Regionalvermarktung bis Landpartie, einen Namen gemacht hat, der weit über Kerkow und die Uckermark ausstrahlt. (MOZ, 28.2.2013)

In ihrem neuen Buch schreibt Sarah Wiener „Vor allem aber wurden vor einigen Jahren die ersten Weichen in Richtung ökologische Landwirtschaft gestellt.“ Eigentlich war der Betrieb bereits seit 2011 komplett auf bio, also ökologisch, umgestellt. Da waren keine Weichen mehr. Es war alles schon erledigt. Auch Bilder des Guts aus der Zeit von Johannes Niedeggen und Berichte darüber zeigen einen wunderbaren Bio-Gutsbetrieb. Ich sehe jetzt nicht grossartig eine Änderung durch Sarah Wiener als „Chefideologin“. Aber schauen wir uns doch eine ihrer „visionären“ Ideen an.

Die Vision von der Fruchtfolge.

Wenn sie sagt „Meine Idee war zum Beispiel einfach die siebenjährige Fruchtfolge einzuführen.“ (Ö1 Morgenjournal, 20.3.2019) kann es sein, dass viele Landwirte komische Gesichter machen.

Johannes Niedeggen hat es sicher nicht viel anders gemacht, denn angesichts der Kulturen, die er angebaut hat (Reportage in „Neue Landwirtschaft“ im Juli 2011), war auch nicht viel anderes möglich.




Landwirte achten grundsätzlich auf die Fruchtfolge. Vielleicht nicht sieben Jahre, aber sie planen mindestens 5 Jahre voraus, denn sie möchten ja eine gute Ernte. Und das funktioniert ohne kluge, geplante Fruchtfolge nicht. Noch dazu gibt es etliche Kulturen, die einen Fruchtfolgeabstand von mindestens 4-5 Jahren benötigen. Das gilt nicht nur für Bio-Betriebe, sondern auch für die konventionelle Bewirtschaftung.

Laut dem letzten Biozertifikat gibt es auf Gut Kerkow Silomais, Grün- und Raufutter und Getreide. Eine Rückfrage am Gut Kerkow hat ergeben, dass kein Mais angebaut wird, sondern Gerste, Roggen, Winterweizen, Dinkel, Sommerroggen und Sommerhafer. Für die Fruchtfolge wird zwischen diesen Kulturen 2 Jahre, manchmal auch länger, Kleegras angebaut (das für die Rinder benötigt wird).

Ich frage mich, was daran gross neu und innovativ sein soll? Das machen andere Landwirte auch. Das hat Sarah Wiener nicht erfunden. Vor allem: wenn man mit dem, was man anbaut, hauptsächlich Tierfutter „produzieren“ muss, dann hat man nicht viele Möglichkeiten. Das ist sozusagen „aufgelegt“, wie wir Österreich so schön zu sagen pflegen.

Bei der Auswahl von Getreide und Kleegras ist der Plan für die nächsten sieben Jahre nicht sehr kompliziert. Es gibt Bio-Landwirte, die bauen andere Kulturen an, da wird das schon weit komplexer.
Und warum wird auf Gut Kerkow kein Gemüse angebaut? Dann könnte man das eigene Gemüse über den Bioladen vermarkten und müßte das nicht zukaufen. Kürbisse, zum Beispiel, würden sich bei den sandigen Böden dort sehr gut eignen. (Auch ich kann gute Tips geben.)

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Hier geht’s zu den anderen Märchen:

Märchen Nummer 1 Das Märchen von den Agrarsubventionen. Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaf tund Forsten schreibt „Die zitierte Aussage on Frau Sarah Wiener […] ist schlichtweg falsch.“
Märchen Nummer 2 Das Märchen von der Landwirtschaft. Oder: Sarah Wiener und ihre Partner. Wer sind ihre Partner – und was hat dieses Unternehmenskonstrukt noch mit Landwirtschaft zu tun?
Märchen Nummer 4 Das Märchen von der Bio-Bäuerin, die keine Bank braucht.
Märchen Nummer 5 Das Märchen von der erfolgreichen Geschäftsfrau. Oder: Was ist Erfolg?


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Märchen Nummer 2 der Sarah Wiener.

Ein Bericht und Kommentar von Birgit Medlitsch.

Die Vorgeschichte: In einem Interview (Ö1 Morgenjournal, 20.3.2019) sagte Sarah Wiener: „Wir haben eine Landwirtschaft, wo man einfach Fläche subventioniert. Also jeder Hektar wird subventioniert, egal, was Du da machst, und wer’s hat, und ob er überhaupt Landwirt ist. Und natürlich bin ich dagegen.“

Diese Aussage ist falsch, wie unter anderem vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in einem Schreiben erklärt.


Das Märchen von der Landwirtschaft. Oder: Sarah Wiener und ihre Partner.

Sprechen wir über die Empfänger von Agrarförderungen, die „keine Bauern sind“. Sprechen wir über Sarah und ihre Landwirtschaft. Gut Kerkow. Das ist zwar ein landwirtschaftlicher Betrieb, aber – wer sind die Eigentümer? Sind das Landwirte? Wer sind die von Sarah Wiener immer im Zusammenhang mit Gut Kerkow und der Sarah Wiener Gruppe genannten Partner?

Es sind Investoren. Grosse Investoren. In einem Interview (erschienen im Kurier am 5.2.2016) sagte Sarah Wiener: „Leute mit Knete und Fonds sehen Boden als Wertanlage und treiben die Preise in die Höhe. Eine bedenkliche Entwicklung.“

Und auch der frühere Eigentümer von Gut Kerkow, Johannes Niedeggen (2013 tödlich verunglückt), war dieser Meinung. In einem Report von Deutschlandfunk Kultur im Jahr 2008 ist unter anderem über ihn zu lesen: „Was ihm nicht gefällt, ist der Einstieg von Finanzinvestoren in die Landwirtschaft“.

Bei Sarah Wieners Partner handelt es sich nicht nur um Personen, sondern auch um Gesellschaften (Ges.m.b.H.) und AGs. Rund um Sarah Wiener findet sich ein Firmengeflecht, bei dessen Betrachtung man sich schon fragt: ist das wirklich notwendig? Da gibt es einen Gutsbetrieb, der 800 Hektar bewirtschaftet. Er ist auf die Rinderzucht und die Vermarktung von Rindfleisch spezialisiert und verfügt über eine Biogas-Anlage und einen Ab-Hof-Verkauf mit Bioladen. Eine ganz simple Sache.

Und dann sieht man das Unternehmenskonstrukt rund um Gut Kerkow und fragt:
Was hat das mit Landwirtschaft zu tun?


Firmengeflecht-gross-mit-GF


Wenn man sich das so ansieht, dann könnte man meinen, mit all den Finanziers im Hintergrund könnte Sarah Wiener ganz locker auf Agrarsubventionen verzichten. Vor allem weil sie ja dagegen ist, dass diejenigen, die keine Landwirte sind, welche erhalten. Verzichten ist auch ganz einfach. Man muss ja keinen Mehrfachantrag einreichen. Niemand wird dazu gezwungen.

Werner Kogler (Die Grünen) verteidigt die Förderungen (2017: 316.867 Euro, 2016: 320.100 Euro) für den Hof von Sarah Wiener in der ZIB 2 am 17.3.2019 und meint „[…] Sie hat einen biologischen Hof, der mit Hofschlachtung – alles pico bello – sie haben die Bodenhaltung bei Tieren […] Das ist ja ein Kollektivgut. Sie müssen ja verstehen: das war in der ehemaligen DDR dort. Das ist dort ein kleiner oder mittlerer Betrieb. Das ist eine völlig andere Situation dort an der polnischen Grenze. Im übrigen haben sich das ja mehrere aufgeteilt, und sie hat einen Anteil von 20 Prozent.“

Also ich gehe schon davon aus, dass auf Gut Kerkow die Rinder und Schweine auf dem Boden gehalten werden, wie auf anderen Bauernhöfen auch. Was da an der polnischen Grenze – knapp 30 Jahre nach dem Fall der Mauer – grossartig anders sein soll als bei uns, weiss ich jetzt nicht. Und dass sich die Eigentümer von Gut Kerkow die Agrarsubventionen aufgeteilt und quasi nach Hause genommen haben sollen, kann ich mir auch nicht vorstellen.

Aber wenn eine „kollektive Landwirtschaft à la Werner Kogler“ so aussieht wie jene von Gut Kerkow (siehe Graphik), dann haben die Grünen vielleicht ein kleines ideologisches Problem.
Übrigens: die Mitarbeiter sollen – laut telephonischer Nachfrage am Gut – nicht beteiligt sein.

Agrarland entwickelt sich immer mehr zu einer sehr attraktiven Anlageform für Investoren und Großkonzerne. Der Ausverkauf der Landwirtschaft läuft bereits über Jahrzehnte. Vor allem im ehemaligen Ostdeutschland wurden nach der Wende Agrarflächen zu Anlagezwecken von finanzstarken Unternehmen erworben.


Nun fällt einem in diesem Firmengeflecht ein Name immer wieder auf: Jochen (Thomas) Beutgen (geb. Becker). Er ist immer „mit dabei“. Zumeist als Gesellschafter, Geschäftsführer, manchmal auch als Prokurist oder in anderer Funktion. Man muss nicht lange recherchieren, um ihn in vielen Unternehmen, hauptsächlich im Immobilien- und Beteiligungsbereich, in unterschiedlichen Funktionen zu finden. Einige Beispiele sind: Becker Vermögensverwaltung KG, Berlin Bioinvest GmbH, Dirk Buddensiek Holding GmbH, Social Enterprise Holding Berlin AG und Trafo Investment GmbH.

Bis 2018 war Jochen Beutgen persönlich haftender Gesellschafter in der damaligen Gut Kerkow Landwirtschaftsbetrieb KG. Dann wurde die Gut Kerkow Verwaltungs-GmbH als 100%-ige Tochter der Gut Kerkow Landwirtschaftsbetrieb GmbH & Co.KG gegründet. Und die neu gegründete Gut Kerkow Verwaltungs-GmbH wurde Komplementärin des Mutterunternehmens. Wozu das gut sein soll? Das kann jeder für sich interpretieren.

Angesichts der sehr interessanten Unternehmens- und Beteiligungskonstellationen rund um Sarah Wiener und Gut Kerkow muss man sich fragen, mit wem und womit man es zu tun hat. Und wer hat hier eigentlich das Sagen?



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Märchen Nummer 1 Das Märchen von den Agrarsubventionen. Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten schreibt „Die zitierte Aussage on Frau Sarah Wiener […] ist schlichtweg falsch.“
Märchen Nummer 3 Das Märchen von der Visionärin. Oder: Johannes Niedeggen – der wahre Visionär auf Gut Kerkow.
Märchen Nummer 4 Das Märchen von der Bio-Bäuerin, die keine Bank braucht.
Märchen Nummer 5 Das Märchen von der erfolgreichen Geschäftsfrau. Oder: Was ist Erfolg?


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