Erntedank in Hohenau.

Ausser dem Pfarrer darf niemand sprechen.

Da gibt es Menschen, die ihr ganzes Leben nach der Natur ausrichten. Sie dreschen bei 40 Grad das Korn oder bringen bei nicht weniger Hitze das Heu ein. Sie richten ihr Leben nach den Bedürfnissen der Tiere, die bei Ihnen am Hof leben, aus.
Sie kennen keinen Feierabend, kein Wochenende und keine Feiertage. Die Natur bestimmt ihr Leben.

Diese Menschen nennt man Bauern.


Das Erntedankfest in Hohenau.

Gestern war es so weit. Erntedank in Hohenau. Trotz Corona hat man das Erntedankfest stattfinden lassen. Im Vorfeld gab es viele Stimmen, es doch zum Schutze aller einmal ausfallen zu lassen. Nur ein einziges Mal. Nein. Es musste stattfinden.

Das Erntedankfest ist das am besten besuchte kirchliche Fest in Hohenau. Normalerweise finden sich 200-250 Besucher vorm Pfarrhof ein, um dann gemeinsam mit Blasmusik-Begleitung zur Kirche zu ziehen. Die Bauern tragen das Brot, den Wein, die Erntekrone und die Winzerkrone. Die Kinder tragen ihre selbst gebastelten Gestecke und kleine Körbe mit Früchten und Gemüse. Nach der Messe zieht man wieder zurück zum Pfarrhof, wo es dann unter anderem eine kleine Agape mit kalten Getränken, Wein und Aufstrichbroten, gespendet von den Bauern, gibt.

Dieses Jahr war alles anders.

Viele Menschen fanden sich nicht ein, zum Zug mit Erntekrone und Winzerkrone vom Pfarrheim zur Kirche. Rund 40 von den sonst 200-250 Besuchern wurden gezählt, davon rund die Hälfte jene, die dort sein “müssen” und deren Familien. Gründe dafür gibt es viele: die Angst vor einer Corona-Infektion, die fehlende Agape oder vielleicht die Annahme, dass das Erntedankfest gar nicht stattfinden würde.
Obwohl – einige Personen, die man eigentlich erwartet hätte, waren nicht gekommen. Warum das so war, konnten wir leider nicht eruieren.

Hohenau ist ja ein wenig anders, was das Erntedankfest betrifft. Es wird nicht von den Bauern gestaltet, sondern von der Kirche. Bei den Ansprachen darf dann auch der SPÖ-Bürgermeister nicht fehlen. Dass dieser spricht, darauf besteht der polnische Pfarrmoderator Leszek Bednarczyk. Er hat das nocht nicht so mitbekommen mit der Säkularisierung hier in Österreich.

Nachdem der Bürgermeister aber nur bis zur Kirche mitgegangen ist, und sich aufgrund der Corona-Gefahr weigerte dem Gottesdienst in der Kirche beizuwohnen, entfiel dieses Jahr seine Rede.

Allerdings ließ der Pfarrmoderator den Ortsbauernratsobmann dann auch nicht sprechen, was einigen Besuchern sehr negativ auffiel. Und darum gibt es die Zeilen, die er für das Erntedankfest vorbereitet hat, hier zu lesen.

Geschätzte Damen und Herren!

Erntedank heißt Danke sagen. Es gibt gerade in diesem Jahr viele Gründe, Danke zu sagen: Danke vor allem, dass wir gesund sind und hier und heute zusammen feiern können.

Danke an den Herrgott dafür, dass wir die Menschen in unserem Land mit Lebensmitteln – also Mitteln zum Leben – versorgen können. Danke auch für die vielerorts reiche Ernte, die wir bis zum Sommer so nicht erwartet hätten – und die uns gezeigt hat:

An Gottes Segen ist alles gelegen.

Wir erleben heuer ein besonderes Jahr – ein Jahr, das bisher wie kein anderes gewesen ist. Ein Jahr, in dem Althergebrachtes wieder an Bedeutung gewonnen hat. Die Corona-Krise hat uns gezeigt, dass eine regionale Versorgung wichtig ist. Speziell dann, wenn wir an die Verfügbarkeit von Lebensmitteln oder das Vorhandensein von medizinischer Schutzausrüstung denken. Corona hat uns auch gezeigt, dass nicht alles, was wir heute für selbstverständlich halten, auch morgen noch so selbstverständlich ist.

In der Krise ist vielen der Wert unseres täglichen Brotes bewusst geworden.

Sie haben wieder Zeit dafür gefunden, einmal selbst Brot zu backen und es in der Familie geteilt. Jeder kann in seinem eigenen Bereich die Lehren aus dieser Krise ziehen und wieder der Regionalität beim Einkauf den Vorrang geben. So, wie man es früher gemacht hat. Viele haben wieder an ihre Vorräte gedacht, sie haben also in die Vergangenheit und in die Zukunft gedacht.

Mit ist es ein besonderes Anliegen, heute jenen Danke zu sagen, die im Hintergrund ihrer Aufgabe nachkommen und so für unser täglich Brot sorgen. Ich möchte jenen danken, die ohne viel Aufhebens ihrer Aufgabe nachkommen. Man vergisst es leider immer wieder, jenen zu danken, die nicht auffallen und doch verlässlich ihre Aufgabe erfüllen.

Man dankt oft nur jenen, die sich selbst laut zur Schau stellen oder sich nach vorne drängen.

Wir sollten bedenken: nicht die Lauten halten unser Leben aufrecht, sondern die vielen unscheinbaren Menschen im Hintergrund erhalten uns am Leben.

Denken wir an die fleißigen Hände der Landwirte.

Sie erst ermöglichen durch die Aussaat der Körner eine neue Ernte zur Versorgung der Menschen. Nicht Einzelne, oder die Regierung, oder die Gemeinde, oder andere: sondern die Gemeinschaft der Landwirte macht eine Ernte möglich. Sie macht Lebensmittel möglich.

Unserem Berufsstand, den Bauern, ist das langfristige Planen in die Wiege gelegt worden. Dieses langfristige Planen sollte nicht nur in der Landwirtschaft ganz selbstverständlich sein. Wir wissen, dass nur ein rücksichtsvoller Umgang mit der Natur und mit dem Menschen auf lange Sicht unsere Zukunft sichert.

Das verbindet auch die Landwirtschaft mit unserer Glaubensgemeinschaft.

Ich hoffe, dass wir so ein Stück Heimat mitgeben können, und dass wir diese Verbundenheit mit unserer Region nicht nur in dieser schweren Zeit, sondern auch darüber hinaus bewahren.

Herbert Bartosch


Ich freue mich auf viele Kommentare, Herzerln, und natürlich sehr, wenn Sie meinen Blog teilen.
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Märchen Nummer 1 Das Märchen von den Agrarsubventionen. Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten schreibt „Die zitierte Aussage on Frau Sarah Wiener […] ist schlichtweg falsch.“
Märchen Nummer 2 Das Märchen von der Landwirtschaft. Oder: Sarah Wiener und ihre Partner. Wer sind ihre Partner – und was hat dieses Unternehmenskonstrukt noch mit Landwirtschaft zu tun?
Märchen Nummer 3 Das Märchen von der Visionärin. Oder: Johannes Niedeggen – der wahre Visionär auf Gut Kerkow.
Märchen Nummer 5 Das Märchen von der erfolgreichen Geschäftsfrau. Oder: Was ist Erfolg?

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Die Frau ist dem Manne untertan.

Die kleine Welt des kleinen Pastoralassistenten.
Die Welt, in der die Frau dem Mann zu gehorchen hat.

Mein letzter Blog hat viele Reaktionen hervorgerufen. Durchwegs fand man, dass der Pastoralassistent, Peter Heger, zumindest die Arbeit des Landwirten und den Landwirten selbst im Facebook-Post erwähnen hätte sollen.

Und dann gab es noch eine interessante Reaktion des Pastoralassistenten selbst. Nicht mir gegenüber, weil mit mir spricht er ja nicht. Wahrscheinlich hat er Angst, dass er mit seiner doch eigenartigen Weltanschauung und Aussagen bei mir nichts erreicht. Und das würde er wahrscheinlich nicht verkraften.

Also spricht er nicht mit mir. Nein, nein, er äußert sich über mich meinem Mann gegenüber, dem Mann, der die Kürbisse angebaut und kultiviert hat und die Kosten dafür übernommen hat.

Er, also der Pastoralassistent, konnte einfach nicht glauben, dass mein Mann nichts von meinem aktuellen Blog wußte. Er müßte das doch wissen. Ich dürfte das doch nicht schreiben, ohne vorher mit ihm gesprochen zu haben, ja quasi seine Erlaubnis dafür eingeholt zu haben.

Ich warte jetzt, bis auch Sie, liebe Leserin und lieber Leser, sich erholt haben und wieder ruhig atmen können.

Ich weiss ja nicht, wie es im Hause des Pastoralassistentn zugeht. Aber bei uns zuhause, so wie wahrscheinlich auch im zuhause aller, die das gerade lesen, gilt die Österreichische Verfassung. Hier werden Frauen (und auch Männer) nicht unterdrückt, nicht bevormundet. Ihnen wird nichts vorgeschrieben. Frauen sind dem Mann gleichgestellt. Sie müssen den Mann nicht um Erlaubnis fragen.

Aber wenn Pastoralassistent Peter Heger meint, die Frau müsse den Mann vorher informieren oder um Erlaubnis bitten, dann ist sie seiner Meinung nach offenbar dem Manne untertan. Es sieht nicht gut aus mit der Pfarre in Hohenau. Und, ja, da muss man sehr viel hinterfragen. Hier in Hohenau. Einer Gemeinde am Rande von Österreich.

Ich freue mich auf viele Kommentare
und bedanke mich bei meinen Leserinnen und Lesern.

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Herbert Bartosch macht’s möglich.
Das ist kein Fest. Das Erntedankfest in Hohenau.54

Herbert Bartosch macht’s möglich.

Die Pfarre Hohenau dankt jemand anderem.

Warum agiert die Pfarre Hohenau so?
Das würde viele interessieren.

Denn: gerade von einer Pfarre erwartet man wahrheitsgemäße Aussagen.

Seit einigen Jahren gibt diese Aktion: Kürbisse können gegen freie Spende von einem Anhänger entnommen werden. Das damit gesammelte Geld kommt der Pfarre Hohenau zugute.


Die Pfarre Hohenau, also Peter Heger, dankt in einem Facebook-Posting demjenigen dafür, der das möglich gemacht haben soll: Bürgermeister Wolfgang Gaida. Nur – was genau hat er möglich gemacht? Er hat erlaubt, dass der Anhänger beim Rathaus stehen darf. Super. Eine ganz grossartige Leistung. Respekt.

Und jetzt kommen wir zu dem Mann, der diese Aktion wirklich möglich gemacht hat:

Ing. Herbert Bartosch.


Er hat den Acker
– vorbereitet
– mit der Scheibenegge oder der Kombi oder dem Grubber bearbeitet
– das Saatbeet bereitet
– die Kürbissamen besorgt und bezahlt
– die Kürbissamen gesät
– das Unkraut mechanisch entfernt
– das Unkraut händisch entfernt.

Er hat seinen Traktor und die verschiedenen notwendigen Bodenbearbeitungsgeräte zur Verfügung gestellt. Und zwar dann, wenn der Boden sie gebraucht hat. Dann, wenn die Natur die Voraussetzungen dafür geschaffen hat. Dann, wenn gerade dieser oder jener Bearbeitungsschritt notwendig gewesen war. Immer genau zum richtigen Zeitpunkt. Und er hat sein Wissen, seine Erfahrung und seine Arbeitskraft eingebracht.

Er hat das gern gemacht. Für die Pfarre. Und er hat auch nie über die Kosten gesprochen.
Zum besseren Verständnis habe ich die jetzt recherchiert.
3x Bodenbearbeitung, 1x Anbau, 2x maschinelle Unkrautbearbeitung sind auf diesem knapp 1/2 Hektar rund 600 Euro für Traktor, Maschinen und Fahrer. Dazu kommt noch das Saatgut im Wert von 150 Euro, und ca. 16 Stunden händische Hacke (viele Disteln) mit knapp 200 Euro. In Summe 950 Euro.

Aber darum geht’s ja nicht. Es geht nur darum, wer es möglich gemacht hat. Und zwar nicht erst in diesem Jahr, sondern seit es diese “Aktion” gibt. Also jedes Jahr. Für die Pfarre und für die, die sich jetzt Kürbisse gegen eine freie Spende holen können. Eine freie Spende für die Pfarre.

Also: wer hat es jetzt diese Aktion möglich gemacht?

Und so, wie es jetzt aussieht, hat Herbert Bartosch das in diesem Jahr zum letzten Mal gemacht, dank einer Pfarre, der es offenbar nicht um die Wahrheit geht, sondern darum, sich nur beim Bürgermeister – ich sag’s jetzt einmal nett – einzuwamperln.

Übrigens es ist die Kürbissorte im Facebook-Posting auch falsch genannt. Es ist die Sorte “Rustikal”.

Und ich weiss schon jetzt, was Peter Heger zu Herbert Bartosch sagen wird. Er wird sagen: “Hättest ja nicht müssen.” Genau. Hätte er nicht. Genauso wenig, wie er die Pfarre beim Aufgraben des Pfarrhofes anläßlich des Einbaus der neuen Heizung unterstützt hat: mit seiner Arbeitskraft, seinen Traktoren, Anhängern, Geräten und so weiter. Hätte er nicht müssen.

Ja, sowas hören manche Menschen vom Pastoralassistenten und von so manchen Vertretern der Pfarre Hohenau, wenn sie die Pfarre unterstützen. Wirklich toll, diese Art der Kommunikation. Und wirklich christlich. Respekt und Applaus.


Ich freue mich auf viele Kommentare. Danke.

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Das ist kein Fest. Das Erntedankfest in Hohenau.
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Sarah Wiener und die Fake-News.

Manchmal kommt etwas gerade recht.
Das kann ein Bericht sein, eine Studie, ein Mißstand, ein Bild oder auch: Fake-News.
Die Grünen greifen nach jedem Strohhalm, könnte man meinen, wenn man das hier eingehender betrachtet.

Sarah Wiener schreibt einen Brief.
Sie schreibt an ÖR Ing. Franz Reisecker „Sarah Wiener und die Fake-News.“ weiterlesen37

12 Fragen an Sarah Wiener.

Es ist nicht so wichtig,
wie die Wahrheit ist.

Ob sie hilfreich ist.
Ob sie bei anderen gut ankommt.
Ob sie einem zu Ansehen verhilft.

Aber es ist wichtig,
die Wahrheit zu sagen.”

(Birgit Medlitsch)
1) Sie sagen oft, Sie legen Wert auf regionale Lebensmittel. Woher kommen die Produkte (Lebensmittel), die Sie im Gut Kerkow Bauernmarkt verkaufen aber nicht selbst produzieren? Von anderen Landwirten aus der Region oder von einem Grosshandel wie zum Beispiel Terra? „12 Fragen an Sarah Wiener.“ weiterlesen41

7 Fragen an die Grünen*.

*Grüne = Die Grünen – die grüne Alternative (Österreich)

In den letzten Tagen gab es Beschwerden darüber, dass Journalisten bei Pressekonferenzen keine Fragen stellen dürfen.
Diese Kritik hat sich vornehmlich gegen Bundeskanzler Sebastian Kurz gerichtet.
Aber auch die Grünen finden es nicht wert, Fragen von Journalisten zu beantworten. „7 Fragen an die Grünen*.“ weiterlesen
In den letzten Tagen gab es Beschwerden darüber, dass Journalisten bei Pressekonferenzen keine Fragen stellen dürfen.
Diese Kritik hat sich vornehmlich gegen Bundeskanzler Sebastian Kurz gerichtet.
Aber auch die Grünen finden es nicht wert, Fragen von Journalisten zu beantworten. „7 Fragen an die Grünen*.“ weiterlesen
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Märchen Nummer 5 der Sarah Wiener.

Ein Bericht und Kommentar von Birgit Medlitsch.

Eine prominente Köchin bezeichnet sich selbst als theoretische Landwirtin, Chef-Ideologin und Visionärin.
Für einige ist sie allerdings nur eine Meisterin der Selbstdarstellung. Eine, die oft über sich selbst, ihre Ansichten und “Werke” spricht. Eine, die gerne Geschichten erzählt, mitunter sehr frech ist und auch laut werden kann.

Das Märchen von der erfolgreichen Geschäftsfrau.

Und da sind sie wieder: Menschen, die Sarah Wiener als erfolgreiche Geschäftsfrau bezeichnen. Warum tun die das? „Märchen Nummer 5 der Sarah Wiener.“ weiterlesen132

Märchen Nummer 4 der Sarah Wiener.

Ein Bericht und Kommentar von Birgit Medlitsch.

Da gibt es Menschen, die ihr ganzes Leben nach der Natur ausrichten. Sie dreschen bei 40 Grad das Korn oder bringen bei nicht weniger Hitze das Heu ein. Sie richten ihr Leben nach den Bedürfnissen der Tiere, die bei Ihnen am Hof leben, aus. Sie kennen keinen Feierabend, kein Wochenende und keine Feiertage.
Die Natur bestimmt ihr Leben.

Diese Menschen nennt man Bauern.

Das Märchen von der Bio-Bäuerin.

Und dann gibt es Investoren. Investoren, die Land kaufen. Land, das bisher Bauern ihr eigen nannten. Und es gibt eine Visionärin, die von diesen Investoren unterstützt wird. Eine Visionärin, die Mitarbeitern beim Arbeiten gerne über die Schulter schaut und mit den Tieren am Hof kuschelt. „Märchen Nummer 4 der Sarah Wiener.“ weiterlesen143

Märchen Nummer 3 der Sarah Wiener.

Ein Bericht und Kommentar von Birgit Medlitsch.

In einem Interview mit der dpa (Deutsche Presse-Agentur, April 2019) bezeichnet sich Sarah Wiener in Bezug auf Gut Kerkow als „Chefideologin“, die Visionen hat.

In diversen Interviews mit ihr kann man nachlesen und nachhören, was sie nicht alles erneuert und verbessert und auch „neu erfunden“ hat.
Auch – so kann man in ihrem neuen Buch nachlesen – soll Gut Kerkow für sie etwas desolat und führungslos gewirkt haben. In einem Interview (Berliner Zeitung 17.6.2018) spricht sie sogar von einem völlig marodem und verschuldetem Hof.

Bild: David Zydd auf Pixabay.


Das Märchen von der Visionärin.

Sarah Wiener hat – gemeinsam mit ihren Partnern – Gut Kerkow im Jahr 2014 gekauft.
Der vorherige Eigentümer, und sehr bekannte und angesehene Diplomagraringenieur Johannes Niedeggen, „Märchen Nummer 3 der Sarah Wiener.“ weiterlesen67

Märchen Nummer 2 der Sarah Wiener.

Ein Bericht und Kommentar von Birgit Medlitsch.

Die Vorgeschichte: In einem Interview (Ö1 Morgenjournal, 20.3.2019) sagte Sarah Wiener: „Wir haben eine Landwirtschaft, wo man einfach Fläche subventioniert. Also jeder Hektar wird subventioniert, egal, was Du da machst, und wer’s hat, und ob er überhaupt Landwirt ist. Und natürlich bin ich dagegen.“

Diese Aussage ist falsch, wie unter anderem vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in einem Schreiben erklärt.


Das Märchen von der Landwirtschaft. Oder: Sarah Wiener und ihre Partner.

Sprechen wir über die Empfänger von Agrarförderungen, die “keine Bauern sind”. Sprechen wir über Sarah und ihre Landwirtschaft. Gut Kerkow. Das ist zwar ein landwirtschaftlicher Betrieb, aber – wer sind die Eigentümer? Sind das Landwirte? „Märchen Nummer 2 der Sarah Wiener.“ weiterlesen69

Märchen Nummer 1 der Sarah Wiener.

Ein Bericht und Kommentar von Birgit Medlitsch.

Wir sehen weites Land.
Unser Land.
Das Land unserer Bauern.
Land, auf dem das wächst, was wir brauchen.
Bestellt, behütet und beerntet.
Da steht er, der Bauer.
Ein Mensch, der nichts anderes möchte,
als das bewahren, was uns ernährt.
Wissend um die Natur. Wissend um alles,
was das bedroht, was uns ernährt.

Er lebt in und mit der Natur und trotzt ihren Gewalten, wenn es darum geht, das zu tun, was getan werden muss. Weil es die Natur verlangt. Und er tut es gern. Und ehrlich.

Und jetzt?
Jetzt kommt Sarah.
Sarah erzählt ihm, dass er es nicht richtig macht. „Märchen Nummer 1 der Sarah Wiener.“ weiterlesen78

Schmuckenschlager und die Macht.

Johannes Schmuckenschlager ärgert sich über Spargel aus Peru. Dies tut er auf Facebook kund. Mehr fällt ihm dazu nicht ein? Das ist schon ziemlich schwach für einen Nationalratsabgeordneten, der auch Präsident der Landwirtschaftskammer Niederösterreich ist.

Aha – Sie sind verärgert, Herr Schmuckenschlager.
Das stimmt mich bedenklich. Sehr bedenklich.

Quelle: Facebook, Posting vom 22. März 2019, 14:49 Uhr


Besonders dann, wenn ich Ihre vielen Funktionen betrachte.
Dann denke ich mir schon – Wahnsinn, wo sich der Mann überall engagiert?
Angesehen und geschätzt ist er.
Man hört auf ihn.



2005-2010 Kammerrat der Bezirksbauernkammer.
2007-2010 Landesobmann der Bauernbund Jugend Niederösterreich.
Seit 2008 Bezirksbauernratsobmann Klosterneuburg.
Seit 2008 Abgeordneter zum Nationalrat.
2009-2017 Vizepräsident des Österreichischen Bauernbunds.
Seit 2010 Bezirksbauernratsobmann Wien-Umgebung.
Seit 2013 Bundesweinbaupräsident des Weinbauverbands.
Seit 2018 Präsident der Landwirtschaftskammer Niederösterreich.

Na? Wer hört auf Sie?

Denken Sie, dass Ihr Facebook-Posting irgendetwas ändert?
Irgendetwas?

Glauben Sie wirklich, dass Sie mit diesem Facebook-Posting Sympathien einheimsen?
Denken Sie das wirklich?

Quelle: Facebook, Posting vom 22. März 2019, 14:49 Uhr

Ja, es sieht so aus.
Sie glauben, dass nun alle, die Ihr Posting gelesen haben, denken:
„Ui, na der denkt ja so wie ich.
Ja so ein sympathischer Mann.
Toll, dass der im Nationalrat sitzt.
Und Präsident der Landwirtschaftskammer Niederösterreich ist er auch.
Ach ja, ich find‘ den super.
Toll, dass der so etwas über den Spargel schreibt.“

Nein, Herr Schmuckenschlager, so denkt man nicht. Man denkt: „Ui, so ein engagierter Mann. Er vertritt als Präsident der Landwirtschaftskammer Niederösterreich alle niederösterreichischen Bauern. Und er vertritt uns als Nationalrat im Parlament. Dort werden die Gesetze „gemacht“. Der ist mächtig.” Schade nur, dass Ihre Macht dort aufhört, wo Wirtschaft und Handel anfangen.

Vielleicht sprechen Sie einmal mit den 3-5 Personen, die für den Einkauf im österreichischen Lebensmittelhandel verantwortlich sind. Die, die dafür sorgen, dass zum Beispiel heimische Bauern für ihre Bio-Erdäpfel zumeist nur 20 Cent pro Kilo bekommen, die dann von den Supermärkten um 1,49 Euro pro Kilo verkauft werden. Ja, ja. Reden Sie mit denen. Das sind auch die, die dann die von den Großhändlern aussortierte Erdäpfel (zu klein, zu krumm) als Wunderlinge verkaufen. Ah ja, für die aussortierten Erdäpfel bekommen die Bauern nichts.
Genau: 0 (in Worten: null) Euro.


Und es kommt noch besser. Seit einigen Wochen wird gross gejammert, es gäbe in Österreich keine heimischen Erdäpfel mehr. Man müsse importieren – woher auch immer. Nun denn – Ing. Herbert Bartosch ist Biolandwirt im nordöstlichen Weinviertel. Er hat noch tonnenweise Bio-Erdäpfel im Lager. Nur – die wollen die Großhändler nicht. “Nicht schön genug” und andere Ausreden sind da zu hören. Da holt man die eben aus dem fernen Ausland herbei.” so Ing. Herbert Bartosch.

Weiter meint er: “Die Großhändler des LEH kaufen offenbar lieber günstige Erdäpfel, die in der Wüste nur durch künstliche Beregnung wachsen. Interessanterweise sind diese für den Lebensmittelhandel weit billiger zu haben als jene, die wir hier selbst “produzieren” können. Zu behaupten, es gäbe keine Erdäpfel in Östereich oder Europa ist ein willkommener Anlass Erdäpfel im EU-Ausland weit günstiger als in Europa zu erwerben, aber zum bisher gleichen oder höheren Preis im Supermarkt zu verkaufen. Und der Lebensmittelhandel freut sich darüber, dass Argumente wie “es gibt keine Erdäpfel mehr in Österreich oder Mitteleuropa” schon durch andere, nämlich diverse Medien, nach aussen getragen wurden. Somit braucht er sich nicht mehr zu rechtfertigen, dass er nordafrikanische Erdäpfel anbietet.” Und dann fügt er hinzu: “Bevor ich es vergesse: meine Erdäpfel haben kein Drahtwurmproblem. Die sind in Ordnung.”

Eine Berufskollegin von mir baut Spargel an. Sie liefert ihn auch an Supermärkte bei ihr in der Nähe. Sie kann diese Supermärkte täglich frisch beliefern. Aber – die Filialleitung kann nicht bestimmten, welcher Spargel im Geschäft angeboten wird.
Und so kam es, dass neben ihrem tollen Spargel (weniger als 4 km vom Supermarkt entfernt geerntet) Spargel von weiss Gott wo her angeboten wurde. Natürlich auch günstiger als ihr Spargel.
Einige Tage nach ihrer Lieferung bekam sie einen Anruf vom Supermarkt. Sie könne sich ihren Spargel wieder holen, er würde sich nicht verkaufen.

Ja – geht’s noch?

Man kann mit etwas nicht zufrieden sein.
Man kann sich darüber ärgern.
Man kann es die ganze Welt via Facebook wissen lassen.
Man kann es aber auch ändern.
Vor allem dann, wenn man „am Hebel der Macht“ sitzt.

Wie heisst es so schön?
“Love it, change it oder leave it.”

Ja, Herr Schmuckenschlager, wenn es Ihnen nicht gefällt, dann ändern Sie es.
Und wenn Sie es nicht ändern können – mit all der Macht, und all den Möglichkeiten, die Sie als Politiker haben – dann lassen Sie es bleiben.
Verlassen Sie es.
Verlassen Sie das Parlament.

Nicht die Bauern können über den Preis für ihre Produkte bestimmen. Nein. “Natürlich nicht”, höre ich da. “In einer freien Marktwirtschaft bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis.” Ja, ja, das ist mir schon klar. Nur – wenn es nur 3-5 Nachfrager gibt, kann man sich leicht ausrechnen, wer bestimmt.

Also: sprechen Sie es aus.
Machen Sie schon.
Oder trauen Sie sich nicht?
Nicht die Bauern bestimmen.
Nicht die Politiker (=Gesetzgeber) bestimmen.

Die Einkäufer der Supermarktketten bestimmen.
Die bestimmen was, wann und zu welchem Preis in den Supermärkten erhältlich ist.
Sie bestimmen, wieviel die Großhändler für die landwirtschaftlichen Produkte bekommen.
Und daraus resultiert dann der Betrag, den die Landwirte bekommen.
Und das läuft schon sehr lange so.

Diese 3-5 Einkäufer sind ganz offenbar mächtiger als Sie, Herr Schmuckenschlager.

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