Bauern müssen sich nicht rechtfertigen.

NGOs, Vereine, Bünde, Bobos und die linksgrüne Stadt-Elite.

Die linksgrüne Stadt-Elite, Studierende aus gut situiertem Haus sowie Bobos, haben es in sich. Und nicht nur die. NGOs, Vereine und Bünde, die sich ach so gut mit Natur und Umwelt auskennen, mischen ganz gross mit: beim Thema Landwirtschaft und Ernährung.

Sie alle erzählen den Bauern nun, wie diese Landwirtschaft betreiben müssen, ja, wie Bauern ihre Betriebe führen sollen. Sie haben schon richtig gelesen: IHRE Betriebe. Die der Bauern.

Stellen Sie sich vor, Sie sind Unternehmer. Egal, ob gross oder klein. Und dann kommt jemand daher, jemand, der KEINE Ahnung von Ihrem Unternehmen hat, und meint, er kann jetzt über Ihr Unternehmen bestimmen und darüber, wie Sie es zu führen haben. Ja, Sie. Sie, die dieses Unternehmen aufgebaut haben, es vielleicht von den Eltern übernommen haben, die auf vieles verzichtet haben, damit sie Ihnen dieses Unternehmen weitergeben können.

Ja, jetzt kommen die daher. Die, die keine Ahnung haben von Ihrem Unternehmen, von der Landwirtschaft, und – wenn wir ehrlich sind – auch nicht von der Natur.

Denn: die Natur kennt der Landwirt am besten.

Der lebt dort nämlich. Der lebt in ihr und mit ihr und von ihr. Und er wäre absolut deppert, ja wirklich deppert, würde er sie ruinieren, die Natur. Weil: dann hat er nichts mehr, wovon er leben kann. Er würde ja sein Auskommen, sein Leben zerstören.

Das ist aber den komischen Personen, die da jetzt daherkommen und alles besser wissen, wurscht.
Und jetzt, jetzt sage ich diesen komischen Personen einmal etwas:

Wenn Euch das nicht passt, was Bauern machen, macht es selbst.

Ich bin schon sehr gespannt, wie lange ihr mit eurem ach so grossartigem Wissen, in der Natur und von der Natur (über-)leben könnt. Ich schätze einmal 4 Tage.

Ihr müsst ja die Produkte der Bauern nicht kaufen.

Kauft irgendeinen qualitativ minderwertigen Dreck von irgendwoher. Von dorther, wo die Standards so niedrig sind, dass weiss Gott was in verarbeiteten Lebensmitteln drinnen ist. Wo kleine Kinder am Feld arbeiten. Wo es keine 40-Stunden Woche gibt, keinen Kollektivvertrag, auch keine Steuern, keine Krankenvesicherung, nichts. Kauft es dort, wo Spritzmittel und Dünger verwendet werden von Personen, die nicht lesen und schreiben können, und daher irgendwas ausbringen oder versprühen, in einer Menge, die fernab von gut und böse ist. Kauft die Eier von dort, wo Hühner in Käfigen ihr Dasein fristen, Schweine zwischen Kadavern herumliegen oder Rinder so gehalten werden, das man nicht einmal hinschauen kann.

Ich hab ja meinen Gemüse-, Obst- und Ackerbau.

Ich hab auch Freunde, von denen ich wunderbares Fleisch bekomme, und Milchprodukte und Eier: von Tieren, die gut gehalten werden.
Mein Acker ist dann halt kleiner. Ich habe dann keine Mitarbeiter mehr. Die sind dann arbeitslos und müssen von Euch erhalten werden. Aber ich habe gute Produkte zu essen, für mich, meine Familie und meine Freunde aus der Landwirtschaft. Wahnsinnig gute. Etwas, das man wo anders nicht bekommt. Etwas, was ihr dann unbedingt haben möchtet. Weil irgendwann kommt ihr schon drauf, dass das gut war, was es früher gegeben hat. Früher, bevor ihr euch wichtig gemacht habt.

Dafür kann ich dann jeden Preis der Welt verlangen.

Weil: es ist ja ein knappes Gut. Da brauch ich dann auch die Förderung nicht mehr. Weil: ich verdien mich krumm und dämlich mit komplett überhöhten Phantasiepreisen, die ihr dann aber bereit seid zu zahlen, weil Euch dann auf einmal einfällt: huch – ich möchte jetzt doch das GUTE Essen haben.

Und darum müssen sich Bauern nicht rechtfertigen.

Bauern machen sich selbst klein.
Manche verlassen sich auf ihre Interessensvertretung.
Viele sagen nichts.
Einige suchen den Dialog mit den Konsumenten.

Aber eigentlich sollte es den Bauern mittlerweile egal sein.

Denn: wenn wir in Österreich nichts mehr produzieren, oder gleich gar europaweit nichts mehr produzieren, dann wird’s halt wo anders herkommen. Hergestellt unter fragwürdigen Bedingungen.

Solange die importierte Menge ausreicht, ist ja alles gut. Wenn’s einmal zu knapp wird, ja, dann werden wir halt eine Zeit lang nichts zu essen haben.

Pech für Euch.

Wir Bauern haben schon für UNSER Essen gesorgt.

Dass diese Produkte von irgendwoher einen ganz mistigen ökologischen Fußabdruck haben, dass unnötig CO2 in die Luft geblasen wird, das ist dann wurscht. Hauptsache, ihr habt irgendetwas zu essen. Die Betonung liegt auf irgendetwas. Und vielleicht wacht jetzt jemand auf, einer, der die ganze Zeit nur von den Bauern fordert und fordert, vielleicht wacht der dann auf, aus seinem Traum, und weiss – ah, früher, ja früher, war alles besser.

Ihr wollt die guten Produkte unserer Bauern?
Dann kauft sie und lasst die Bauern in Ruhe.
Weil: die haben zu tun.
Arbeiten.
Am Feld.

Nachtrag: während ich diesen Artikel geschrieben habe, ist mir klar geworden, warum uns so mache linksgrün orientierten Aktivisten und ähnliche enteignen möchten. Wir Bauern haben so viel Macht. Und wir nützen sie nicht. Wir müssen endlich aufstehen und das sein, was wir sind.

Hier geht’s zu den 5 Märchen der Sarah Wiener:

Märchen Nummer 1 Das Märchen von den Agrarsubventionen. Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten schreibt „Die zitierte Aussage on Frau Sarah Wiener […] ist schlichtweg falsch.“
Märchen Nummer 2 Das Märchen von der Landwirtschaft. Oder: Sarah Wiener und ihre Partner. Wer sind ihre Partner – und was hat dieses Unternehmenskonstrukt noch mit Landwirtschaft zu tun?
Märchen Nummer 3 Das Märchen von der Visionärin. Oder: Johannes Niedeggen – der wahre Visionär auf Gut Kerkow.
Märchen Nummer 4 Das Märchen von der Biobäuerin. Oder: Sarah Wiener braucht keine Bank.
Märchen Nummer 5 Das Märchen von der erfolgreichen Geschäftsfrau. Oder: Was ist Erfolg?

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Erntedank in Hohenau.

Ausser dem Pfarrer darf niemand sprechen.

Da gibt es Menschen, die ihr ganzes Leben nach der Natur ausrichten. Sie dreschen bei 40 Grad das Korn oder bringen bei nicht weniger Hitze das Heu ein. Sie richten ihr Leben nach den Bedürfnissen der Tiere, die bei Ihnen am Hof leben, aus.
Sie kennen keinen Feierabend, kein Wochenende und keine Feiertage. Die Natur bestimmt ihr Leben.

Diese Menschen nennt man Bauern.


Das Erntedankfest in Hohenau.

Gestern war es so weit. Erntedank in Hohenau. Trotz Corona hat man das Erntedankfest stattfinden lassen. Im Vorfeld gab es viele Stimmen, es doch zum Schutze aller einmal ausfallen zu lassen. Nur ein einziges Mal. Nein. Es musste stattfinden.

Das Erntedankfest ist das am besten besuchte kirchliche Fest in Hohenau. Normalerweise finden sich 200-250 Besucher vorm Pfarrhof ein, um dann gemeinsam mit Blasmusik-Begleitung zur Kirche zu ziehen. Die Bauern tragen das Brot, den Wein, die Erntekrone und die Winzerkrone. Die Kinder tragen ihre selbst gebastelten Gestecke und kleine Körbe mit Früchten und Gemüse. Nach der Messe zieht man wieder zurück zum Pfarrhof, wo es dann unter anderem eine kleine Agape mit kalten Getränken, Wein und Aufstrichbroten, gespendet von den Bauern, gibt.

Dieses Jahr war alles anders.

Viele Menschen fanden sich nicht ein, zum Zug mit Erntekrone und Winzerkrone vom Pfarrheim zur Kirche. Rund 40 von den sonst 200-250 Besuchern wurden gezählt, davon rund die Hälfte jene, die dort sein „müssen“ und deren Familien. Gründe dafür gibt es viele: die Angst vor einer Corona-Infektion, die fehlende Agape oder vielleicht die Annahme, dass das Erntedankfest gar nicht stattfinden würde.
Obwohl – einige Personen, die man eigentlich erwartet hätte, waren nicht gekommen. Warum das so war, konnten wir leider nicht eruieren.

Hohenau ist ja ein wenig anders, was das Erntedankfest betrifft. Es wird nicht von den Bauern gestaltet, sondern von der Kirche. Bei den Ansprachen darf dann auch der SPÖ-Bürgermeister nicht fehlen. Dass dieser spricht, darauf besteht der polnische Pfarrmoderator Leszek Bednarczyk. Er hat das nocht nicht so mitbekommen mit der Säkularisierung hier in Österreich.

Nachdem der Bürgermeister aber nur bis zur Kirche mitgegangen ist, und sich aufgrund der Corona-Gefahr weigerte dem Gottesdienst in der Kirche beizuwohnen, entfiel dieses Jahr seine Rede.

Allerdings ließ der Pfarrmoderator den Ortsbauernratsobmann dann auch nicht sprechen, was einigen Besuchern sehr negativ auffiel. Und darum gibt es die Zeilen, die er für das Erntedankfest vorbereitet hat, hier zu lesen.

Geschätzte Damen und Herren!

Erntedank heißt Danke sagen. Es gibt gerade in diesem Jahr viele Gründe, Danke zu sagen: Danke vor allem, dass wir gesund sind und hier und heute zusammen feiern können.

Danke an den Herrgott dafür, dass wir die Menschen in unserem Land mit Lebensmitteln – also Mitteln zum Leben – versorgen können. Danke auch für die vielerorts reiche Ernte, die wir bis zum Sommer so nicht erwartet hätten – und die uns gezeigt hat:

An Gottes Segen ist alles gelegen.

Wir erleben heuer ein besonderes Jahr – ein Jahr, das bisher wie kein anderes gewesen ist. Ein Jahr, in dem Althergebrachtes wieder an Bedeutung gewonnen hat. Die Corona-Krise hat uns gezeigt, dass eine regionale Versorgung wichtig ist. Speziell dann, wenn wir an die Verfügbarkeit von Lebensmitteln oder das Vorhandensein von medizinischer Schutzausrüstung denken. Corona hat uns auch gezeigt, dass nicht alles, was wir heute für selbstverständlich halten, auch morgen noch so selbstverständlich ist.

In der Krise ist vielen der Wert unseres täglichen Brotes bewusst geworden.

Sie haben wieder Zeit dafür gefunden, einmal selbst Brot zu backen und es in der Familie geteilt. Jeder kann in seinem eigenen Bereich die Lehren aus dieser Krise ziehen und wieder der Regionalität beim Einkauf den Vorrang geben. So, wie man es früher gemacht hat. Viele haben wieder an ihre Vorräte gedacht, sie haben also in die Vergangenheit und in die Zukunft gedacht.

Mit ist es ein besonderes Anliegen, heute jenen Danke zu sagen, die im Hintergrund ihrer Aufgabe nachkommen und so für unser täglich Brot sorgen. Ich möchte jenen danken, die ohne viel Aufhebens ihrer Aufgabe nachkommen. Man vergisst es leider immer wieder, jenen zu danken, die nicht auffallen und doch verlässlich ihre Aufgabe erfüllen.

Man dankt oft nur jenen, die sich selbst laut zur Schau stellen oder sich nach vorne drängen.

Wir sollten bedenken: nicht die Lauten halten unser Leben aufrecht, sondern die vielen unscheinbaren Menschen im Hintergrund erhalten uns am Leben.

Denken wir an die fleißigen Hände der Landwirte.

Sie erst ermöglichen durch die Aussaat der Körner eine neue Ernte zur Versorgung der Menschen. Nicht Einzelne, oder die Regierung, oder die Gemeinde, oder andere: sondern die Gemeinschaft der Landwirte macht eine Ernte möglich. Sie macht Lebensmittel möglich.

Unserem Berufsstand, den Bauern, ist das langfristige Planen in die Wiege gelegt worden. Dieses langfristige Planen sollte nicht nur in der Landwirtschaft ganz selbstverständlich sein. Wir wissen, dass nur ein rücksichtsvoller Umgang mit der Natur und mit dem Menschen auf lange Sicht unsere Zukunft sichert.

Das verbindet auch die Landwirtschaft mit unserer Glaubensgemeinschaft.

Ich hoffe, dass wir so ein Stück Heimat mitgeben können, und dass wir diese Verbundenheit mit unserer Region nicht nur in dieser schweren Zeit, sondern auch darüber hinaus bewahren.

Herbert Bartosch


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Das ist traurig.

Die ersten Rüben haben wir verloren. Dann die zweiten Rüben. Und jetzt hofft Herbert, dass die Kürbisse keimen, obwohl der Kürbisacker kurz nach dem Anbau starkem Regen ausgesetzt und „überschwemmt“ war.

Da sitzt sie neben mir, meine Mama.
Nach vorne gebeugt und schüttelt den Kopf.

Wir fahren die Landstrasse entlang.
Sie sieht aus dem Fenster, auf die Felder.
Wieder schüttelt sie den Kopf. „Das ist traurig.“ weiterlesen5