Alles dobre.

Ja, da wohne ich.
Im Nordosten Österreichs.
Direkt an der Grenze zur Slowakei und zu Tschechien.
Wir haben hier nicht viel.
Die Thaya fließt in die March, die Au ist schön, aber sonst – nein, wir haben hier nicht viel.
Es passiert auch nicht viel.
Abgesehen vom Mißtrauensantrag gegen den früheren Bürgermeister und seinem Rücktritt passiert hier nicht wirklich etwas aussergewöhnliches.
Und so ist es halt ein bisserl fad, für einige hier an der Grenze.

Auch bei mir ist nicht viel passiert in den letzten Tagen.
Ich habe viel Zeit am Schreibtisch verbracht und bin kaum rausgekommen.
Aber heute, heute da war ich draussen.
Und zwar nicht irgendwo.
Also ich bin nicht weggefahren.
Nein. Nach dem Motto „Fahr‘ nicht fort, kauf im Ort“ bin ich hier geblieben.
Hier in Hohenau.
Da, wo manches anders ist, ganz anders als im Westen von Österreich.


„Stimmt das – der Herbert hat einen Herzinfarkt gehabt, und der Gerhard liegt im Koma?“
So schallt es mir heute entgegen.
Im Wirtshaus wurde das gestern so – naja – kommuniziert, sage ich jetzt einmal.
Damit hier ein schönes Wort steht.

Herbert, das ist mein Schatzi, und Gerhard, das ist sein Bruder.

Also bitte – der Herbert war letzte Nacht sehr gut drauf.
Also in der Nacht.
Das hätte er mit Herzinfarkt nicht geschafft.
Jetzt sitzt er beim Zahnarzt.
Und Gerhard?
Den ruf ich gleich an.
Nein, sagt er, er macht gerade Sport, der Gerhard.
Kann man im Koma nicht.
Kein Koma.

Und das war die aktuelle Berichterstattung.
Aus Hohenau.
Einer Gemeinde am Rande von Österreich.
Dort, wo man sagt: „alles dobre“.

(Anmerkung: „alles dobre“ = alles gut.)


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Valentinstag.
Was er schenkt und was sie will.

Oje, schon wieder kommt er daher – der Valentinstag.
Na hoffentlich kommt das Schatzi nicht auf die Idee, mir Pralinen zu schenken.
Noch dazu welche, die mir so gar nicht schmecken, die nicht bio und nicht fairtrade sind,
und die auch noch dick machen.

Oder gar so komischen Blumen, so pseudoexotische, von denen ich den Namen nicht kenne.
Wer will sowas? Ich nicht.
Wiesenblumen sollen es sein.
Ja – und? Woher soll ich die nehmen – im Februar?
Ja, ist schon gut.

Vor Jahren habe ich mich im Spätsommer darüber beschwert, dass er mir nie Blumen schenkt.
Das hab ich bei einer Wanderung gemacht.
Schwerer Fehler.
Flugs hat das Schatzi am Wegesrand eine Sonnenblume „gepflückt“. Auf seine Art.
Er hat sie samt Wurzeln aus der Erde gerissen.
Ich hab sie nach Hause tragen dürfen, kilometerweit.
Daraus hab‘ ich gelernt.

Nein, bitte keine Blumen.
Keine Pralinen.
Und schon gar keinen Schmuck.
Wann soll ich den denn bitte tragen?
Mir steht kein Schmuck.
Ich seh immer aus wie ein Christbaum mit dem Zeug.

Ja, Männer schenken Blumen, Pralinen und Schmuck.
Und? Was wollen wir Frauen?
Die Mehrzahl der Frauen möchte gerne Zeit mit ihrem Partner verbringen.
Vielleicht einen Ausflug machen, etwas interessantes unternehmen, einen Film im Kino anschauen, fein essen gehen, oder sonst etwas, das Freude macht.
Oder eine kleine Reise, über’s Wochenende, in ein kleines, feines Hotel.
Es muss nicht weit weg sein, hauptsache romantisch.


Oder aber, man investiert ein wenig Zeit und denkt nach.
Über ein sehr persönliches Geschenk.
Etwas, das der Liebsten wirklich Freude macht. Wenn man genau hinhört, was sie sagt,
findet man es vielleicht heraus.

Hat die Liebste vielleicht schon von einer Reise gesprochen, die sie gerne unternehmen möchte? Dann wäre vielleicht ein Reiseführer ein guter Anfang und zaubert sehnsüchtige Sternchen in ihre Augen.


Und – ein Candlelight-Dinner macht auch Freude.
Und die Freude ist noch grösser, wenn der Mann es selbst kocht.
Wenn er’s kann.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Valentinstag.

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