Sarah Wiener und die Fake-News.

Manchmal kommt etwas gerade recht.
Das kann ein Bericht sein, eine Studie, ein Mißstand, ein Bild oder auch: Fake-News.
Die Grünen greifen nach jedem Strohhalm, könnte man meinen, wenn man das hier eingehender betrachtet.

Sarah Wiener schreibt einen Brief.
Sie schreibt an ÖR Ing. Franz Reisecker, den Präsidenten der Landwirtschaftskammer Oberösterreich.
Das wäre ja soweit noch nicht schlimm, und ich will auch auf den Inhalt nicht grossartig eingehen, weil meine Korrekturen des Sarah-Wiener-Briefes den Umfang dieses Blogs sprengen würden. Grob gesprochen geht es um die Notfallzulassung für Neonicotinoide und die Bienen.

Sarah Wiener veröffentlicht diesen Brief natürlich auf Facebook. Und sie fügt noch ein schönes Bild mit einem Kommentar hinzu. Im Zusammenhang mit dem Kommentar von Sarah Wiener macht dieses Bild Angst. Grosse Angst. Aber was verbirgt sich wirklich hinter diesem Bild? Stimmt das, was Sarah Wiener dazu schreibt?

Quelle: Facebook, Seite von Sarah Wiener, 12. April 2019, 14:47 Uhr

Ach herrje, man sollte etwas unbedingt überprüfen, bevor man es für grünen Populismus verwendet.
Ich verstehe schon, diese Nachrichten über die angeblich notwendige Handbestäubung (weil es angeblich keine Bienen mehr gibt), sind natürlich willkommen für grüne Propaganda. Aber das muss man prüfen. Auch wenn es Teil eines Filmes ist. Denn: dieses Bild stellt etwas ganz anderes dar.

Der Agrarstatistiker Georg Keckl hat darüber ausführlich recherchiert. Unter anderem berichtet er über die steigende Anzahl der Bienenvölkerung under Honigerzeugung in China. Aber nicht nur das.
Er schreibt: „Die Hälfte der Welt-Apfelernte hängt in China an den Bäumen, von Bienen bestäubt.“
Und weiter: „…tatsächlich werden nur die „Jinhuali“-Luxusbirnen in der Provinz Sichuan um die Stadt Hanyuan handbestäubt…“ Warum das so ist, und dass das nichts mit einem grossen Bienensterben zu tun hat, kann man hier nachlesen: „Wissenswertes zum Bienensterben“ von Georg Keckl.

Schade, dass Sarah Wiener die Wahrheit offenbar nicht kennt, wo ja die Bienen ihr „Steckenpferd“ sind, sie gerade ein Buch über die Bienen geschrieben hat, und sich selbst als Expertin in diesem Bereich sieht.

Sarah Wieners Fachkompetenz.
In der ORF Pressestunde meint Werner Kogler am 12. Mai 2019, dass Sarah Wiener im Bereich der Agrarrevolution Fachkompetenz aufweise.

Ludger Weß beschreibt in seinem Kommentar mit dem Thema „Wissen ist out“, Sarah Wiener sehr treffend (Quelle: www.salonkolumnisten.com). Er berichtet über Sarah Wieners Debüt in der Sendung „Mahlzeit“ im Deutschlandfunk und schreibt unter anderem:
„Im Wechsel mit Pollmer ist nun freitags die Fernsehköchin Sarah Wiener zu hören, die statt belegbarer Fakten gefühltes Wissen bietet und damit dem Wunsch der Grünen und ihrer Anhänger nach Geschichten aus der heilen Ökowelt und der bösen industriellen Landwirtschaft nachkommt.“

Weiter merkt er äußerst treffend an: „Wieners erster Beitrag war von bestechender Einfalt und folgte dem Grundsatz jeder guten Öko-Propaganda: an Ahnungslosigkeit reich, in der Meinung stark und beim Phrasendreschen unermüdlich.“

Den gesamten Kommentar von Ludger Weß können Sie hier (www.salonkolumnisten.com) nachlesen.


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12

12 Fragen an Sarah Wiener.

Es ist nicht so wichtig,
wie die Wahrheit ist.

Ob sie hilfreich ist.
Ob sie bei anderen gut ankommt.
Ob sie einem zu Ansehen verhilft.

Aber es ist wichtig,
die Wahrheit zu sagen.“

(Birgit Medlitsch)
1) Sie sagen oft, Sie legen Wert auf regionale Lebensmittel. Woher kommen die Produkte (Lebensmittel), die Sie im Gut Kerkow Bauernmarkt verkaufen aber nicht selbst produzieren? Von anderen Landwirten aus der Region oder von einem Grosshandel wie zum Beispiel Terra?

2) Sie sagten „Leute mit Knete und Fonds sehen Boden als Wertanlage und treiben die Preise in die Höhe. Eine bedenkliche Entwicklung.“ (Quelle: Kurier, 5.2.2016) Sind nicht die Mehrheitseigentümer der Gut Kerkow Landwirtschaftsbetrieb GmbH & Co KG Personen, die auf Immobilien und Immobilieninvestitionen spezialisiert sind? Nämlich Elenore Kaufhold und Jochen Beutgen (beide zu finden bei „Berliner-Häuser“)?

3) Sie bezeichnen Felder, auf denen nur eine Kultur wächst als Monkultur. (Quelle: Kronen Zeitung, 30.5.2015) Wissen Sie eigentlich, was eine Monokultur ist?

4) Warum finden auf Gut Kerkow Wahlkampfveranstaltungen der CDU statt? (Quellen: cdu-angermuende.de, Facebook)

5) In Bezug auf die 7 Bienenvölker auf Gut Kerkow sagten Sie „[…] die sind wirklich ganz allein mein Job.“ (Quelle: Berliner Zeitung, 17.6.2018). Ist das wirklich so?

6) Wie kommen Sie auf die Idee folgendes zu behaupten? „Jeder Hektar wird subventioniert, egal, was Du da machst, und wer’s hat, und ob er überhaupt Landwirt ist.“ (Quelle: Ö1 Morgenjournal, 20.3.2019) Diese Behauptung ist nämlich falsch.

7) Sie leben in einem Haus einige Kilometer vom Gut Kerkow entfernt. Warum leben Sie nicht am Gut? Und – haben Sie jemals dort gelebt, oder es nur hin und wieder besucht?

8) Wie ist es möglich, mit einem „erweitertem“ Ab-Hof-Verkauf, also mit der Gut Kerkow Bauernmarkt GmbH, im Jahr 2017 einen Verlust von rund 238.000 Euro zu erwirtschaften und geschäftlich so zu verfahren, dass in der Bilanz für das Jahr 2017 auch noch ein Verlustvortrag von rund 614.000 aus den Vorjahren ausgewiesen ist? Wie geht das? (Quelle: unternehmensregister.de)

9) Warum glauben Sie, dass Ihre „Idee“ der 7-jährigen Fruchtfolge ein Novum ist?

10) Warum bezeichnen Sie Gut Kerkow zur Übernahmezeit als desolat und völlig marode? (Quellen: Buch „Bienenleben“ und Berliner Zeitung, 17.6.2018) Hat nicht der frühere Eigentümer Johannes Niedeggen Gut Kerkow zu einem Vorzeigebetrieb im Bereich der Biolandwirtschaft gemacht?

11) Sie sagten „Ich kenne einen Rote-Rüben-Bauern, der auf zwei Hektar in Bio-Qualität produziert und davon lebt.“ Definieren Sie „Bio-Qualität“ und erklären Sie, wie Sie auf die Idee kommen, dass das funktioniert? (Anmerkung: bitte den notwendigen Fruchtfolgeabstand, Pachtzahlungen sowie Kosten für Sozialversicherung, Saatgut, Kulturführung, Ernte, Vermarktung etc. in die Berechnungen einfließen lassen.)

12) Im Wahlkampf für die EU-Wahl 2019 sprechen Sie unter anderem von „Bauernbefreiung“. Wovon und/oder von wem möchten Sie die Bauern befreien, und wie soll das vonstatten gehen?


Hier geht’s zu den Märchen:

Märchen Nummer 1 Das Märchen von den Agrarsubventionen. Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten schreibt „Die zitierte Aussage on Frau Sarah Wiener […] ist schlichtweg falsch.“
Märchen Nummer 2 Das Märchen von der Landwirtschaft. Oder: Sarah Wiener und ihre Partner. Wer sind ihre Partner – und was hat dieses Unternehmenskonstrukt noch mit Landwirtschaft zu tun?
Märchen Nummer 3 Das Märchen von der Visionärin. Oder: Johannes Niedeggen – der wahre Visionär auf Gut Kerkow.
Märchen Nummer 4 Das Märchen von der Biobäuerin. Oder: Sarah Wiener braucht keine Bank.
Märchen Nummer 5 Das Märchen von der erfolgreichen Geschäftsfrau. Oder: Was ist Erfolg?


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7 Fragen an die Grünen*.

*Grüne = Die Grünen – die grüne Alternative (Österreich)

In den letzten Tagen gab es Beschwerden darüber, dass Journalisten bei Pressekonferenzen keine Fragen stellen dürfen.
Diese Kritik hat sich vornehmlich gegen Bundeskanzler Sebastian Kurz gerichtet.
Aber auch die Grünen finden es nicht wert, Fragen von Journalisten zu beantworten. So zum Beispiel meine Fragen, die ich vor einigen Tagen per E-Mail an die Pressestelle der Grünen geschickt habe.
Die Grünen sprechen viel über die Landwirtschaft und allem, was dazugehört.

Sie verwenden dabei Ausdrücke, die sie nicht näher erklären.
Viele kennen diese Ausdrücke nicht.
Und viele stellen sich darunter etwas vor, was nicht ist.

Das habe ich zum Anlass genommen, einmal Klarheit zu schaffen. Klarheit darüber, was die Grünen eigentlich wollen. Und das kann man nur klären, wenn man weiss, was sie meinen.

So habe ich mich als Bloggerin „erdreistet“ einige Fragen an die Grünen zu mailen.
Und zwar am 13. und am 17. Mai 2019. Vor 9 bzw. 5 Tagen.
Leider habe ich bis heute von den Grünen keine Antwort bekommen.
Da kann man natürlich sagen, oh, die haben jetzt so viel Stress, aber – wenn man Ausdrücke immer und immer wieder verwendet, ist es sicher kein Problem, die aus dem Effeff und ganz nebenbei zu erklären.

Hier sind meine Fragen:

Was verstehen Die Grünen unter:
1) Kleinstrukturierter Landwirtschaft
2) Agrarindustrie
3) industrieller Landwirtschaft
4) Monokultur
5) Agrarwende
6) neuer Landwirtschaft
7) Bauernbefreiung?

Ich möchte den Spitzenkandidaten, Herrn Werner Kogler, sowie die von ihm bezeichnete Agrarexpertin, Frau Sarah Wiener, um eine kurze Definition und Abgrenzung dieser Begriffe bitten.

Gleich hier als Kommentar oder via E-Mail: redaktion@dasistlos.at

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Märchen Nummer 5 der Sarah Wiener.

Ein Bericht und Kommentar von Birgit Medlitsch.

Eine prominente Köchin bezeichnet sich selbst als theoretische Landwirtin, Chef-Ideologin und Visionärin.
Für einige ist sie allerdings nur eine Meisterin der Selbstdarstellung. Eine, die oft über sich selbst, ihre Ansichten und „Werke“ spricht. Eine, die gerne Geschichten erzählt, mitunter sehr frech ist und auch laut werden kann.

Das Märchen von der erfolgreichen Geschäftsfrau.

Und da sind sie wieder: Menschen, die Sarah Wiener als erfolgreiche Geschäftsfrau bezeichnen. Warum tun die das? Woher nehmen sie die Gewissheit, dass Sarah Wiener geschäftlich erfolgreich ist? Nur weil sie dieses oder jenes Unternehmen ihr eigen nennt, prominent ist und von einer Fernseh-Sendung zur nächsten eilt, laufend in Talkshows zugegen ist, ist sie noch lange keine erfolgreiche Geschäftsfrau. Oder hat das jemand anhand von Bilanzdaten überprüft?

Sarah Wiener betreibt einige Unternehmen. Diese habe ich schon in meinem Blog Märchen Nummer 2 ausführlich dargestellt und darf nun zwei davon einer eingehenderen Betrachtung unterziehen.

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Verluste im „Ab-Hof-Verkauf“.

Sehen wir uns zum Beispiel den „Ab-Hof-Verkauf“ von Gut Kerkow an, also den erweiterten (es werden auch Produkte zugekauft), der unter „Gut Kerkow Bauernmarkt GmbH“ firmiert. So wie ich es verstanden habe, dient dieses Unternehmen hauptsächlich dem Verkauf des Fleisches der Rinder von Gut Kerkow. Darüber hinaus werden auch Lebensmittel zugekauft und die Sarah Wiener Kollektion angeboten. Im Jahr 2017 hat dieses Unternehmen einen Verlust von 237.997 Euro* erwirtschaftet. Auch findet man in der Bilanz für das Jahr 2017 einen Verlustvortrag vom Jahr 2016 in der Höhe von 614.078 Euro*. Also ich habe selbst einen Ab-Hof-Verkauf, und damit habe ich noch keinen Cent Verlust gemacht. Wie macht man das? Was läuft dort falsch?

Auch Brot backen lohnt sich scheinbar nicht.

Ein weiteres Unternehmen ist die „Das ist Brot GmbH“ (früher: „Sarah Wiener Holzofenbäckerei GmbH“): da sehe ich im Jahr 2017 einen Verlust von 163.669 Euro*. Im Jahr 2016 ein Verlust von 53.076 Euro*, 2013 ein Verlust von 165.123 Euro* und 2012 ein Verlust von 173.244 Euro*. Lediglich in den Jahren 2014 und 2015 wurden schwarze Zahlen geschrieben (81.609* bzw. 6.177 Euro*).

Wenn ich mir das so ansehe, hätte ich spätestens im Jahr 2016 das Unternehmen „dicht“ gemacht. Also ich sehe die erfolgreiche Geschäftsfrau nicht. Aber vielleicht bedeutet Erfolg heutzutage nicht „schwarze Zahlen schreiben“, sondern sich irgendwie durchzuschlagen – mit Unterstützung von Banken oder Investoren. (*Quellen: northdata.de, unternehmensregister.de; Angaben ohne Gewähr.)

Die Partner der Sarah Wiener.

Jochen Beutgen und Elenore Kaufhold sind langjährige Partner von Sarah Wiener.
Beide beschäftigen sich beruflich intensiv mit Immobilien.
Elenore Kaufhold hat 1999 das Unternehmen Berliner Häuser gegründet und verwaltet dort heute als Geschäftsführerin 660.000 Quadratmeter Fläche mit 27 Millionen Euro Mietvolumen (Quelle: www.berliner-haeuser.de, Stand 13.5.2019).
Jochen Beutgen ist seit 2004 bei den Berliner Häusern „und hat die Firmen-Gruppe mit aufgebaut“. So liest man auf der Homepage des Unternehmens. Weiter heisst es: „Er ist der Experte für Wertsteigerung von Bestandsimmobilien und engagiert sich außerdem selbst vielseitig als Immobilieninvestor.“ (Quelle: www.berliner-haeuser.de, Stand 13.5.2019)
Auch politisch engagiert er sich. Allerdings nicht wie Sarah Wiener für die Grünen, sondern für die CDU.
Jochen Beutgen ist Vorsitzender des Stadtverbandes der CDU Angermünde und vertritt Angermünde als Beisitzer im Kreisvorstand der CDU Uckermark.
Angermünde ist eine Stadt mit rund 14.000 Einwohnern, in der im Stadtteil Kerkow das Gut Kerkow und im Stadtteil Dobberzin das neue Haus von Sarah Wiener zu finden sind.

Gut Kerkow wird vielseitig genutzt.

Nicht nur Autorenlesungen werden von der CDU auf Gut Kerkow organisiert und angeboten. Auch CDU-Veranstaltungen wurden in letzter Zeit auf Gut Kerkow abgehalten. So lud Jochen Beutgen anläßlich der im April 2018 stattfindenden Landratswahl am 28. März 2018 zur Diskussion mit CDU Landratskandidatin Karina Dörk und CDU-Bundestagsmitglied Jens Koeppen auf Gut Kerkow. Und auch die Kandidaten der CDU für die Stadtverordnetenversammlung und den Ortsbeiräten wurden auf Gut Kerkow gewählt. Jochen Beutgen wird bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 als Spitzenkandidat für die CDU antreten. Die Verantwortliche für Presseanfragen der CDU Angermünde kandidiert auf Platz 6 und ist als Buchhalterin auf Gut Kerkow beschäftigt. (Quelle: cdu-angermuende.de)

Gut Kerkow kann noch mehr.

Gut Kerkow ist somit nicht nur die Basis für Sarah Wieners Wissen im Bereich der Landwirtschaft. Also, was man so als Wissen bezeichnen kann. Werner Kogler hat jedenfalls in der ORF Pressestunde am 12. Mai 2019 behauptet, sie hätte Fachwissen. Gut Kerkow dient sozusagen als Beweis für ihr angebliches Wissen und Können. Als Beweis für ihre guten Absichten. Als Beweis für ihren „grünen Aktivismus“. Eine Art Rechtfertigung.
Kurz gesagt: Gut Kerkow verhilft Sarah Wiener zu Glaubwürdigkeit im Bereich der Landwirtschaft.
Zumindest das, was sie uns vom Gut erzählt.
Wüßten wir alles über das Gut, wäre sie vielleicht nicht mehr so glaubwürdig.

Was hat die CDU mit den Grünen zu tun?

Eigentlich ist das nicht die Frage. Die Frage ist vielmehr, ob es ohne das Zutun von CDU-Mann Jochen Beutgen Sarah Wiener auf Gut Kerkow gäbe. Ja, ob es überhaupt die vielen Unternehmen und die Stiftung der Sarah Wiener gäbe.

Diese Frage beschäftigt mich schon länger, vor allem, seit ich das Unternehmenskonstrukt und die Beteiligungen gesehen habe. Jochen Beutgen und Elenore Kaufhold, deren Investitionen und jene von Unternehmen, in denen vor allem Jochen Beutgen leitende Funktionen innehat, halten Sarah Wiener den Rücken frei und stärken sie in finanzieller Hinsicht. Sie unterstützen sie .

So hat sie Zeit und kann sich „guten Taten“, dem Schreiben von Büchern und „Visionen“ widmen.
Sie hält Vorträge, tritt im Fernsehen und in Talkshows auf und gründet eine Stiftung. Sie tut Gutes und spricht sehr gerne und sehr viel darüber. Sie macht sich interessant. Ministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) lud sie sogar als Gastrednerin zum informellen Treffen des EU-Agrarrates im September 2018 nach Schloss Hof ein.

Darüber schütteln heute noch zahlreiche Landwirte und Bauernbundmitglieder den Kopf.
Denn: Anfang 2019 präsentieren die Österreichischen Grünen Sarah Wiener als ihre Kandidatin auf dem 2. Listenplatz für die EU-Wahl 2019.




Die Sarah Wiener Marketing-Wolke.

Sarah Wiener ist jemand, der gerne Geschichten erzählt. Sie hat die Fähigkeit eine grosse, flauschige Marketingwolke zu basteln, in der sich Menschen wohl fühlen. Denn in dieser Wolke ist alles gut. Die Welt darin ist perfekt. Alles „schlechte“ wird eliminiert. Das Gute siegt. Und kaum jemand stellt sie in Frage, die Wolke von Sarah.

Sie betreibt Märchenwolken-Marketing und täuscht mit Halbwahrheiten. Und sie täuscht auch die, die auf sie zählen, und all ihre Hoffnung in sie setzen: Die Grünen.

Sie erzählt uns vom desolaten Gut Kerkow, das ihr führungslos erschien und von ihr und ihren Partnern „gerettet“ wurde. Sie erzählt uns von ihren Visionen, die sie auf Gut Kerkow umgesetzt hat. Von der 7-jährigen Fruchtfolge, von der ökologischen Landwirtschaft und von Angus-Rindern. Von sieben Bienenvölkern, um die sie sich angeblich persönlich kümmert. Sie erzählt uns, dass Bio-Landwirtschaft auch ohne Agrarsubventionen möglich ist, dass man von zwei Hektar Rote Rüben in „Bio-Qualität“ leben kann, und dass „ihre“ 800 Hektar für künftige Generationen geborgt sind. Und dann erzählt sie uns von 29 Mitarbeitern, die auf Gut Kerkow leben und arbeiten.

Bei all diesen schönen Geschichten vergisst sie, dass sie Großgrundbesitzerin ist, dass man Agrarförderungen nicht beantragen muss, dass Gut Kerkow und die Unternehmen rund um Gut Kerkow und Sarah Wiener zu einem grossen Teil Investoren gehört, und dass Johannes Niedeggen Gut Kerkow eine gute Zeit vor ihr aufgebaut hat. Sie vergisst, dass Gut Kerkow damals ein Vorzeigebetrieb war, und dass das, was sie als ihre Vision bezeichnet, großteils schon da war. Vor ihr. Und sie sagt das auch nicht.

Sie hat Zeit für Geschichten. Sie muss sich nicht täglich um die Landwirtschaft kümmern. Auch nicht um die Unternehmungen, die der Sarah Wiener GmbH gehören. Sie hat auch offenbar keine finanziellen Probleme, obwohl es scheinbar nicht so gut läuft. Irgendwie hat sie es geschafft, Leute zu finden, die ihr das alles vom Leib halten, damit sie sich auf das konzentrieren kann, was sie am besten kann: Geschichten erzählen.



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Hier geht’s zu den anderen Märchen:

Märchen Nummer 1 Das Märchen von den Agrarsubventionen. Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten schreibt „Die zitierte Aussage on Frau Sarah Wiener […] ist schlichtweg falsch.“
Märchen Nummer 2 Das Märchen von der Landwirtschaft. Oder: Sarah Wiener und ihre Partner. Wer sind ihre Partner – und was hat dieses Unternehmenskonstrukt noch mit Landwirtschaft zu tun?
Märchen Nummer 3 Das Märchen von der Visionärin. Oder: Johannes Niedeggen – der wahre Visionär auf Gut Kerkow.
Märchen Nummer 4 Das Märchen von der Biobäuerin. Oder: Sarah Wiener braucht keine Bank.


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Märchen Nummer 4 der Sarah Wiener.

Ein Bericht und Kommentar von Birgit Medlitsch.

Da gibt es Menschen, die ihr ganzes Leben nach der Natur ausrichten. Sie dreschen bei 40 Grad das Korn oder bringen bei nicht weniger Hitze das Heu ein. Sie richten ihr Leben nach den Bedürfnissen der Tiere, die bei Ihnen am Hof leben, aus. Sie kennen keinen Feierabend, kein Wochenende und keine Feiertage.
Die Natur bestimmt ihr Leben.

Diese Menschen nennt man Bauern.

Das Märchen von der Bio-Bäuerin.

Und dann gibt es Investoren. Investoren, die Land kaufen. Land, das bisher Bauern ihr eigen nannten. Und es gibt eine Visionärin, die von diesen Investoren unterstützt wird. Eine Visionärin, die Mitarbeitern beim Arbeiten gerne über die Schulter schaut und mit den Tieren am Hof kuschelt. Eine Bio-Bäuerin, die fröhlich in feine Gewänder gekleidet vor der alten Backsteinmauer für ein Photoshooting eines Magazins posiert, und ganz nebenbei Landwirten viele gute Tips gibt.

In einem Interview mit der Berliner Zeitung (17.6.2018) sagt sie „Ich hatte diese Sehnsucht in mir, in der Natur zu wohnen und mich von meiner eigenen Hände Arbeit zu ernähren. Mich mit dem Land und dem, was da wächst zu verbinden.“ Warum tut sie es dann nicht? Im Interview sagt sie nämlich, dass sie nicht im Kuhstall stünde und ausmisten würde, und schon gar nicht morgens um sieben. Eine Zeit lang hätte sie am Gut gewohnt, dann hat sie in der Nähe ein Haus errichtet. Dazu meint sie „Ich habe das gemacht, weil es auf dem Hof keine private Ecke gibt.“ Sie selbst bezeichnet sich als theoretische Bio-Bäuerin, und das ist sie auch. Sie nennt Schweinerassen manchmal „Sorten“, und spricht Landwirten das ab, das dafür sorgt, dass sie ihre Höfe noch bewirtschaften können: die Agrarsubventionen.

Das Märchen von den Roten Rüben.

Im Interview mit dem Kurier (5.2.2016) meint sie unter anderem: „Ich kenne einen Rote-Rüben-Bauern, der auf zwei Hektar in Bio-Qualität produziert und davon lebt.“ Ja, so stellt sie sich das vor, die Sarah. Wenn es nur so einfach wäre. Das Leben. 2 Hektar Rote Rüben und es geht uns gut. Wenn ich nun behaupte, ich hätte mir nur die Hände vor’s Gesicht gehalten und den Kopf geschüttelt, würde ich lügen. Schreien könnte ich. Laut schreien, bei derlei Behauptungen.

Es ist unfassbar, welche Märchen hier erzählt werden.

Also: zuerst einmal die Ausdrucksweise.
Es gibt keine „Bio-Qualität“!
Es gibt bio (kontrolliert biologischer Anbau = kbA) oder konventionell.


Als Bio-Gemüsebäuerin tut mir diese Aussage richtig weh. Schon einmal etwas von Fruchtfolge gehört? Ah ja, da gab’s ja die Sarah-Vision von der 7-jährigen Fruchtfolge. Die hätte sie auf Gut Kerkow eingeführt. Und jetzt sind wir wieder bei der Fruchtfolge, über die Bäuerinnen und Bauern sehr, sehr gut Bescheid wissen. Sarah Wiener offenbar nicht, obwohl sie diesbezüglich ja Visionen hat (siehe Märchen Nummer 3 ). Denn nach Roten Rüben darf man zumindest in den drei folgenden Jahren keine Roten Rüben am gleichen Platz anbauen. Und wenn dieser Biobauer von zwei Hektar Roten Rüben leben wollte, bräuchte er mindestens acht Hektar Grund und eine ordentliche Fruchtfolge, müßte also während der drei Jahren „Pause“ andere Kulturen anbauen.

Und ich glaube, ich weiss, welchen Bio-Bauern sie meint. Und wenn es wirklich dieser Bio-Bauer ist, dann bewirtschaftet er cirka 100 Hektar, hat 2017 rund 66.000 Euro Förderung erhalten, und baut nicht nur Rote Rüben an, sondern – laut Biozertifikat – auch Getreide, Erdäpfel, Hülsenfrüchte und Gemüse. Und diese anderen Kulturen braucht er auch. Weil sonst nämlich seine Roten Rüben nicht wachsen.

Wenn ich mir das alles so überlege, weiss ich nicht, ob eine Visionärin, die sich mir gerade im Bereich der Landwirtschaft als teilweise sehr unwissend darstellt, und die manchmal etwas erzählt, was nicht so ganz stimmt, wirklich dafür geeignet ist, mitzubestimmen, wohin es in der europäischen Agrarpolitik gehen soll. Denn: die Agrarpolitik ist nicht irgendein kleines Teilchen im grossen Ganzen der EU.

Die Agrarpolitik ist der größte und wichtigste Teil.




Das Märchen von den Bienen.

„Darüber hinaus wollen wir mit weiteren Nutztieren wie Bienen ganzheitlicher Landwirtschaft nachgehen.“ liest man auf der Homepage von Gut Kerkow. Weiter heisst es „[…] haben wir rund um Gut Kerkow insgesamt 7 Bienenvölker auf unseren Weiden und Ackerflächen etabliert, um die sich Sarah Wiener persönlich kümmert.“

Also 7 Bienenvölker sind jetzt nicht so viel bei 800 Hektar Fläche. Noch dazu wenn man ganzheitliche Landwirtschaft betreibt. Da gibt es Platz für mehr. Allerdings würde man dann auch mehr Personal benötigen. Der Zeitwaufwand für die Betreuung von 7 Bienenvölkerern beträgt im Jahresschnitt rund 3-4 Stunden pro Woche.

Und hier wird man dann stutzig. Kümmert sich Sarah Wiener wirklich persönlich um diese 7 Bienenvölker? In einem Interview mit der Berliner Zeitung (17.6.2018) sagt sie „…die sind wirklich ganz allein mein Job.“ Eine Nachfrage auf Gut Kerkow hat ergeben, dass Sarah Wiener dafür noch jemanden hat, der das übernimmt, da sie ja nicht so oft da wäre, am Gut.

Wenn man schon den Bauern erzählen möchte, wie sie ihre Arbeit machen sollen, dann muss man auch selbst diese Arbeit machen. Und nicht machen lassen. Und man muss auch selbst alle finanziellen Risiken tragen. So wie die Bauern auch, die immer wieder als Bittsteller bei Banken vorstellig werden müssen.

Sarah Wiener braucht keine Bank.

Wenn man natürlich eine Gruppe von freudvollen Finanziers (siehe Märchen Nummer 2 ) an der Hand hat, die einem den Rücken stärkt, die einem alle finanziellen Risiken und Sorgen abnimmt, und – wenn es sein muss – locker-flockig das Eigenkapital aufstockt, man zudem – in diesem Fall für die Gut Kerkow Landwirtschaftsbetrieb GmbH & Co. KG – nicht haftet, dann lässt es sich sehr engagiert über eine Kürzung und/oder Veränderung von Agrarsubventionen sprechen.

Ich freue mich auf viele Kommentare, Herzerln, und natürlich sehr, wenn Sie meinen Blog teilen.
Hier geht’s zu den anderen Märchen:

Märchen Nummer 1 Das Märchen von den Agrarsubventionen. Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten schreibt „Die zitierte Aussage on Frau Sarah Wiener […] ist schlichtweg falsch.“
Märchen Nummer 2 Das Märchen von der Landwirtschaft. Oder: Sarah Wiener und ihre Partner. Wer sind ihre Partner – und was hat dieses Unternehmenskonstrukt noch mit Landwirtschaft zu tun?
Märchen Nummer 3 Das Märchen von der Visionärin. Oder: Johannes Niedeggen – der wahre Visionär auf Gut Kerkow.
Märchen Nummer 5 Das Märchen von der erfolgreichen Geschäftsfrau. Oder: Was ist Erfolg?


Falls Ihnen mein Blogartikel gefallen hat, freue ich mich, wenn Sie ihn auch mit anderen teilen
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