Der Frau Einhalt gebieten.

Heute ist internationaler Tag der Pressefreiheit.

Freiheit bedeutet uns allen sehr viel.
Denken wir nur, wie ungern wir die Einschränkungen in den letzten Wochen auf uns genommen haben.

Was bedeutet eigentlich Freiheit für uns?

Wir können unsere Entscheidungen selbst treffen. Solange wir niemandem schaden, und uns im Bereich der Legalität bewegen, können wir auch tun, was wir wollen. Und wir können sagen, was wir wollen. Unsere Meinung sagen.

So ist auch die Pressefreiheit eine der wichtigsten Grundsätze unserer Verfassung.

Und diese Pressefreiheit gilt auch für Blogger wie mich. Ich habe die gleichen Rechte und Pflichten wie Journalisten. Die Pressefreiheit gilt auch für mich.

Der Obmann der Volkspartei Hohenau sieht das anders.
Nicht nur, was die Pressefreiheit betrifft, die Meinungsfreiheit, sondern auch meine Freiheit als Frau.
So meint er gegenüber meinem Mann, dieser würde mir nicht genügend Einhalt gebieten.

Ich formuliere das einmal ganz allgemein: der Mann soll der Frau Einhalt gebieten.

Aha.
Dieses Ansinnen ist nicht nur gegen die Pressefreiheit gerichtet, sondern richtet sich auch gegen die Meinungsfreiheit im Allgemeinen, ist menschenverachtend und frauenfeindlich. Je öfter ich diese Aussage des aktuellen Obmanns der Volkspartei Hohenau lese, umso absurder scheint mir dieses Ansinnen zu sein. Ich habe mir auch bisher nicht vorstellen können, dass jemand im 21. Jahrhundert derartiges äußern kann. Abgesehen davon, dass eine derartige Aussage eines Politikers, wenn auch nur eines (sehr) kleinen Kommunalpolitikers und geschäftsführenden Gemeinderates, nicht würdig ist.

Ich denke, es ist Zeit für einen Rücktritt.
Am besten gleich.

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Alles dobre.

Ja, da wohne ich.
Im Nordosten Österreichs.
Direkt an der Grenze zur Slowakei und zu Tschechien.
Wir haben hier nicht viel.
Die Thaya fließt in die March, die Au ist schön, aber sonst – nein, wir haben hier nicht viel.
Es passiert auch nicht viel.
Abgesehen vom Mißtrauensantrag gegen den früheren Bürgermeister und seinem Rücktritt passiert hier nicht wirklich etwas aussergewöhnliches.
Und so ist es halt ein bisserl fad, für einige hier an der Grenze.

Auch bei mir ist nicht viel passiert in den letzten Tagen.
Ich habe viel Zeit am Schreibtisch verbracht und bin kaum rausgekommen.
Aber heute, heute da war ich draussen.
Und zwar nicht irgendwo.
Also ich bin nicht weggefahren.
Nein. Nach dem Motto “Fahr’ nicht fort, kauf im Ort” bin ich hier geblieben.
Hier in Hohenau.
Da, wo manches anders ist, ganz anders als im Westen von Österreich.


“Stimmt das – der Herbert hat einen Herzinfarkt gehabt, und der Gerhard liegt im Koma?”
So schallt es mir heute entgegen.
Im Wirtshaus wurde das gestern so – naja – kommuniziert, sage ich jetzt einmal.
Damit hier ein schönes Wort steht.

Herbert, das ist mein Schatzi, und Gerhard, das ist sein Bruder.

Also bitte – der Herbert war letzte Nacht sehr gut drauf.
Also in der Nacht.
Das hätte er mit Herzinfarkt nicht geschafft.
Jetzt sitzt er beim Zahnarzt.
Und Gerhard?
Den ruf ich gleich an.
Nein, sagt er, er macht gerade Sport, der Gerhard.
Kann man im Koma nicht.
Kein Koma.

Und das war die aktuelle Berichterstattung.
Aus Hohenau.
Einer Gemeinde am Rande von Österreich.
Dort, wo man sagt: “alles dobre”.

(Anmerkung: “alles dobre” = alles gut.)

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